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Stadt Hannover Stand der Terrier unter Drogeneinfluss?
Aus der Region Stadt Hannover Stand der Terrier unter Drogeneinfluss?
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21:42 17.05.2017
„Grundsätzlich umgängliche Tiere“: Für Pitbull-Mix Pam, hier mit Tierheimleiterin Doris Peterek, mag das gelten. Für den Staffordshire Terrier aus Stöcken offenbar nicht. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Als Polizeibeamte die Wohnung auf Bitten des Mannes aufsuchten, entdeckten sie nicht nur das Tier, sondern auch ein Kilogramm Marihuana und einen Elektroschocker. Den Staffordshire Terrier fing ein Hundefänger mit einer Fangschlinge ein.

Doris Peterek kennt Geschichten wie diese zur Genüge. Peterek ist Leiterin des Tierheims in Langenhagen-Krähenwinkel, wo die Polizei den Hund hingebracht hat. Wo das Paar den Hund herhatte, ist noch nicht ganz klar. Die Eigentümer beteuern gegenüber der HAZ, ihn vor drei Jahren von einem Privatmann gekauft zu haben. Die Polizei geht davon aus, dass das Tier aus irgendeinem Tierheim kam - allerdings nicht aus Krähenwinkel. Fest steht nur: Die Leute hätten einen solchen Hund besser nicht haben sollen.

Kampfhunde aus dem Internet

Mit Hunden wie dem Staffordshire Terrier werde oft Schindluder getrieben, sagt Peterek. „Es gibt genügend Leute, die sogenannte Kampfhunde im Internet kaufen und mit den Tieren dann völlig überfordert sind.“ Regelmäßig müssten Tierheimmitarbeiter ausrücken, um Hunde aus Wohnungen zu holen. Am Ende landen die Vierbeiner dann in Langenhagen im Tierheim. So wie jetzt der Staffordshire.

„Unser Notdienst wurde gerufen und ein Mitarbeiter hat den Rüden dann im Beisein der Polizei aus der Wohnung gebracht“, erklärt Doris Peterek. Die Hauptaufgabe sei es nun, herauszufinden, von wem die Halter das Tier hätten. Sie wollen den Hund nicht behalten, das hätten sie deutlich gemacht.

Also sitzen sie jetzt da in Krähenwinkel, mal wieder: Mit einem möglicherweise gefährlichen Hund, bei dem niemand weiß, woher die plötzliche Aggression kam. Und den niemand haben will. „Wenn der Hund aus einem Tierheim stammt, könnte es sein, dass er dorthin zurück kann“, sagt Peterek. Der braun-gestromte Rüde sei im Tierheim jedenfalls in Sicherheit und müsse sich erst einmal akklimatisieren. „Ein Mitarbeiter muss Vertrauen zu dem Hund aufbauen, wir schicken nicht einfach jemanden zu ihm – aber das wäre bei jedem anderen Hund mit dieser Vorgeschichte auch so“, sagt Peterek. „Bisher konnten wir also noch nicht rausfinden, ob das Tier gechipt ist.“ Doch auch ein Mikrochip würde nur weiterhelfen, wenn die Halter bei einem Tierregister wie beispielsweise Tasso auch gemeldet seien. „Sollte der Hund aus einem Tierheim stammen, könnte man das auslesen“, erklärt Peterek.

„Eine bestimmte Klientel“

Im Tierheim können sie sagen, in welchen Stadtteilen solche Tiere besonders häufig gehalten werden. Stöcken zum Beispiel. „Hunde wie der Staffordshire Terrier werden immer noch oft angefeindet, und es ist leider häufig eine bestimmte Klientel, die sich solche Hunde zulegen möchte“, sagt Peterek.

Wer ein Tier aus dem Heim Krähenwinkel adoptieren möchte, muss sich deshalb strengen Kontrollen unterziehen. Mit zukünftigen Besitzern gibt es zuerst Vorgespräche. Nur, wenn die Mitarbeiter einen guten Eindruck haben, geben sie den Hund schließlich für einen Spaziergang heraus. „Dafür nehmen wir Personalien auf und lassen uns Ausweise vorlegen“, berichtet Peterek. Man wolle zwar niemanden vorverurteilen, „aber wir gucken uns alles ganz genau an“. Selbstauskünfte und Vermieterbescheinigungen seien außerdem ein Muss. Auch der Vermieter muss deutlich erklären, dass der Hund im Haus willkommen ist.

Hunde mit schlechtem Ruf

Warum der Staffordshire-Rüde plötzlich seine Besitzer attackierte, ist unklar. „Ein Gedanke kommt allerdings gleich“, sagt Ingo Nolte, Professor an der Tierärztlichen Hochschule: Der Staffordshire Bullterrier könnte aufgrund der Drogen so extrem reagiert haben. „Den Beamten schlug aus der Wohnung intensiver Cannabisgeruch entgegen“, erklärt Polizeisprecherin Kathrin Pfeiffer. Die Staatsanwaltschaft habe deshalb sofort einen Durchsuchungsbefehl angeordnet.

„Es ist eigentlich nicht vorstellbar, dass der Hund sich nach drei Jahren ohne Grund gegen seine Besitzer wendet“, sagt Professor Nolte. Sogenannte Kampfhunde seien grundsätzlich durchaus umgängliche Tiere und ihren Haltern gegenüber sehr loyal. Neurologische Hintergründe seien manchmal eine Ursache für aggressives Verhalten. „Aber als Reaktion auf einen Gehirntumor wirkt der Angriff zu plötzlich.“

Tiere könnten aber sehr wohl unter dem Einfluss von Drogen stehen und leiden. „Der Staffordshire Terrier könnte etwas aufgeleckt oder gefressen haben“, spekuliert Nolte. Wie ein Tier auf Drogen reagiere sei nie abzusehen und von Hund zu Hund unterschiedlich. „Wir hatten schon Hunde in Behandlung, die fast komatös zu uns gebracht wurden, andere Tiere werden urplötzlich aggressiv.“

Auch Tierheimleiterin Doris Peterek hatte schon solche Erlebnisse. „Ein Hund hatte Erbrochenes gefressen und seine Halter attackiert. Er wurde dann positiv auf Drogen getestet.“

Staffordshire Bullterrier als Familienhund?

Staffordshire Bullterrier gehören zu den Hunden, die in vielen Bundesländern als sogenannte Listenhunde gelten. Bestimmte Rassen der Auflistung gelten als gefährlich. „Es gibt in Niedersachsen seit einigen Jahren das NHundG“, erklärt Tierheimleiterin Doris Peterek. In diesem niedersächsischen Gesetz über das Halten von Hunden wird seit 2011 vor allem der Hundehalter in die Pflicht genommen – Rasselisten gibt es darin nicht.

Als Familienhunde sind Staffordshire Bullterrier in ihrem Ursprungsland Großbritannien beliebt, auch in Deutschland erfreuen sie sich wachsender Beliebtheit. „Sie sind intelligent und dickköpfig, man muss sie ständig erziehen“, sagt Peterek. In den richtigen Händen seien diese Tiere, wie viele andere Hunde auch, für Familien durchaus geeignet.

Trotz des NHundG werden die sogenannten Kampfhunde immer wieder Gegenstand von Debatten. In den meisten Bundesländern gelten Staffordshire Bullterrier als gefährlich und unterliegen strengen Haltungsrichtlinien.

Von Tomma Petersen

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