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Stadt Hannover Der falsche Kinderarzt Marcel R. kommt ins TV
Aus der Region Stadt Hannover Der falsche Kinderarzt Marcel R. kommt ins TV
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06:30 20.07.2017
Porträt eines Hochstaplers: Marcel R. (li.) – hier im Prozess mit Anwalt Matthias Steppuhn – ist Thema eines WDR-Berichts. Quelle: Michael Zgoll
Hannover

Er verlegte schwer kranken Kindern Magensonden, setzte Zugänge und sammelte Spenden für ein nie realisiertes Kinderhospiz. Als „Jur. Prof. Dr. med. univ. Psych“ stellte sich der damals erst 31-jährige Marcel R. in Hannover seinen Patienten und potenziellen Unterstützern vor. Doch der freundlich und bevorzugt im weißen Kittel auftretende junge Mann war gar kein Arzt, hatte weder Studium noch Abitur. 2014 flog der Schwindel auf. R. wurde unter anderem wegen Titelmissbrauchs und gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt.

In der Sendung „Menschen hautnah - Hochstapler und ihre Opfer“ beschäftigt sich der WDR am Donnerstagabend um 22.40 Uhr neben einem weiteren Fall mit dem Schwindel in Hannover. Die Journalistin Nicole Rosenbach sprach mit R., um mehr über die Motivation und Mechanismen von Hochstaplern herauszufinden. „Der Fall zeigt, wie einfach es sein kann, mit gefälschten Dokumenten und einem entsprechenden Verhalten an Schlüsselstellen der Gesellschaft seinen Auftritt zu machen“, so ihr Resümee.

Pikantes Detail der Recherche: Sogar der Bezirksrat Nord bezuschusste den Hospizverein Schatzinsel, den R. mitgegründet hatte, mit 450 Euro für die Durchführung einer Lesung mit dem Titel „Auf gemeinsame Reise in das Reich der Fantasie“. „Keine Spur von Selbstkritik“ und erhebliche Rückfallgefahr attestierte die Richterin am Landgericht Hannover R. zur Strafverkündung. Nach seiner Entlassung bemüht sich der falsche Kinderarzt heute in Berlin um einen Neuanfang - als systemtherapeutischer und psychologischer Berater mit eigenem Pflegedienst.

Von Mario Moers

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