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Stadt Hannover Was müssen Feuerwehrmänner alles können?
Aus der Region Stadt Hannover Was müssen Feuerwehrmänner alles können?
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16:48 22.01.2017
Alexander Bock (dunkle Haare) und Ryno Louw machen die Ausbildung. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Routiniert greift Alexander Bock zum Beatmungsbeutel, drückt die Maske auf Mund und Nase des Mannes vor ihm und beginnt zu pumpen. Gleichzeitig hockt sich Ryno Louw neben ihn, legt dem Bewusstlosen seine ineinander verschränkten Hände auf die Brust und massiert das Herz. Die Minuten verstreichen. Irgendwann hören sie Tim Stahmer rufen, ihren Lehrer. „Okay, Stop! Habt ihr gut gemacht.“ Patient gerettet, Aufgabe bestanden. Zufrieden gehen Bock und Louw zurück zu ihren Pulten im Ausbildungsraum in der Feuerwache 2 und lassen den Puppenpatienten für die nächste Übung auf der Matte liegen.

Bock und Louw wollen Feuerwehrmänner werden. Doch dafür müssen sie in Hannover auch eine Ausbildung zum Rettungssanitäter machen. Denn anders als bei vielen anderen Wehren in Deutschland reicht es Hannovers Feuerwehr nicht aus, wenn künftige Brandbekämpfer nur ein paar medizinische Grundkenntnisse haben. Seit 100 Jahren werden die hannoverschen Feuerwehrleute auch zu Sanitätern ausgebildet. Und neuerdings hat diese medizinische Komponente noch einen weiteren Vorteil: Sie bietet als Ausbildungsberuf die Möglichkeit, Schulabgänger für die Feuerwehr zu gewinnen.

Während die freiwilligen Wehren stark von Nachwuchssorgen geplagt werden, steht die Berufsfeuerwehr im Vergleich noch recht gut da. Und Hannovers Wehr gilt nicht nur wegen der Großstadtvorteile als attraktiver Arbeitgeber. Dennoch muss sich auch die hannoversche Berufsfeuerwehr langfristig um Nachwuchs bemühen.

Das könnte nun leichter werden, denn die Niedersächsische Landesschulbehörde hat die Fachschule für Notfallsanitäter der Feuerwehr als offiziellen Ausbildungsbetrieb anerkannt. Damit müssen Interessierte keine Berufsausbildung mehr vorweisen, um überhaupt erst bei der Feuerwehr angenommen zu werden. Sie können direkt nach dem Schulabschluss in die Ausbildung auf der Wache 3 wechseln. Vorausgesetzt, sie sind 18 Jahre alt, haben mindestens einen Realschulabschluss und bestehen ein mehrstufiges Auswahlverfahren, in dem neben Sportlichkeit auch die psychische Eignung getestet wird. Für die Auszubildenden bedeutet das eine enorme Zeitersparnis. „Der klassische Weg sind zwei Jahre Berufsausbildung, zwei Jahre Feuerwehrtechnik und drei Jahre Notfallsanitäter“, sagt Jeanette Mirandé, Leiterin der Berufsfachschule. „Mit der Anerkennung der Sanitäterausbildung fallen die zwei Jahre für die zusätzliche Berufsausbildung weg.“

„Aber ich wollte mehr“ 

Alexander Bock hat das Fachabitur gemacht und sich danach für ein Freiwilliges Soziales Jahr bei den Johannitern entschieden. „Da habe ich schon gemerkt, dass mich das Thema Lebensrettung sehr interessiert“, sagt der 22-Jährige. Er lernte, den Rettungswagen zu fahren, und legte die Prüfung zum Rettungssanitäter ab. „Aber ich wollte mehr.“ Also bewarb sich Bock, der in seiner Heimat Wunstorf seit Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ist, auf die Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr. „Die Entscheidung war absolut richtig“, sagt er jetzt, nachdem die ersten sechs Monate seiner Ausbildung fast vorbei sind.

Mit ihm sitzen 14 weitere junge Männer in roten Hosen und weißen Shirts im Ausbildungsraum. Sie bilden den zweiten Jahrgang in der Schule für Notfallsanitäter, Anfang August hat ihre Ausbildung begonnen. Bock ist jedoch der einzige unter ihnen, der direkt von der Schule kommt. Die meisten haben vorher eine andere Ausbildung gemacht. Oder sind den klassischen Weg gegangen, wie Ryno Louw.

Er wollte schon als Schüler Feuerwehrmann werden. Doch dafür brauchte der heute 27-Jährige damals noch eine Berufsausbildung. Also machte er eine Lehre als Fachinformatiker. „Die war aber nicht nur Mittel zum Zweck“, sagt er. Denn hätte es mit der Brandbekämpfer-Karriere nicht geklappt, wäre da immerhin ein Beruf gewesen, in dem er hätte arbeiten können. So aber hat er fast anderthalb Jahre feuerwehrtechnische Ausbildung hinter sich und nun folgt für ihn der medizinische Teil.

Frontalunterricht gibt es fast gar nicht in der Notfallsanitäterschule. „Hier heißt es vor allem zugucken, nachmachen und anderen beibringen“, sagt Dozent Stahmer, der in seinem zweiten Berufsleben Medizin studiert. Mit Bock und Louws Rettung der Puppe ist er zufrieden. Jetzt müssen zwei andere Feuerwehr-Anwärter zeigen, wie gut sie retten können.

von Isabel Christian

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