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Stadt Hannover Weihnachten ohne Weihnachtsmarkt
Aus der Region Stadt Hannover Weihnachten ohne Weihnachtsmarkt
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00:20 24.12.2014
Von Saskia Döhner
Letzter Tag für Hannovers Altstadt-Weihnachtsmarkt: Am Sonntagabend war es an der Marktkirche noch einmal richtig voll. Quelle: von Ditfurth
Hannover

Auch Regengüsse und Donnergrollen können die echten Fans nicht von einem Weihnachtsmarktbesuch abhalten. Sie stehen wie am Sonnabend am Glühweinstand, während Regen auf das Zeltdach prasselt. Sonntag war es zwar trockener. Doch am Montag ist der letzte Tag. Am Abend packen die Kerzenhändler, Spielzeug-, Glühwein- und Schokoladenverkäufer ihre Stände zusammen. An den Weihnachtsfeiertagen selbst bleibt nicht mehr viel von den beiden Weihnachtsmärkten rund um die Marktkirche und auf der Lister Meile.

„Schade“, sagt Matthew Odonell. Der 26-Jährige kommt aus dem US-Bundesstaat New York und hätte gern noch viel mehr von den Handwerksständen gesehen. Das finnische Weihnachtsdorf am Ballhofplatz, den Wald am Leibnizhaus, wo es so schön nach Tannennadeln duftet, und den mittelalterlichen Markt rund um das Historische Museum wird er in diesem ungemütlichen Wetter dann doch nicht mehr besuchen. Davon bleiben ihm nur die begeisterten Schilderungen der Mutter seiner Freundin: „Es ist alles total süß hier“, sagt Susan Sandanato. Sie hätte ihrer Familie gern mehr gezeigt. Zeit genug wäre gewesen, denn der Besuch aus Amerika bleibt zwei Wochen. Aber dann hat der Weihnachtsmarkt schon geschlossen.

So machen es andere Städte

In anderen Städten ist das anders. In Hameln und Lüneburg schließt der Weihnachtsmarkt am Dienstag. In Celle können die Stände noch am 28. Dezember besucht werden, in Goslar sogar noch zwei Tage später. Immerhin kann auch der kleine Weihnachtsmarkt vor dem Hauptbahnhof in Hannover noch bis zum 30. Dezember besucht werden. „Gerade für Reisende, die nicht viel Zeit haben und mal Abwechslung wollen, mag das ein Vorteil sein“, sagt eine Händlerin in der Altstadt. Aber sonst hält sie nichts von längeren Öffnungszeiten: „Die Luft ist raus.“

Auch Petra Mahramzadeh vom Marktamt der Stadt sagt, dass sich die Öffnungszeiten bewährt hätten. Würde der Markt bis nach Weihnachten ausgedehnt, machten nur die Imbiss- und Getränkestände mehr Umsatz. Für die kleinen Kunsthandwerkshändler lohne sich ein verlängerter Einsatz nicht. „Wenn der Markt länger öffnet, springt das Kunsthandwerk ab, aber das wollen wir nicht“, sagt Mahramzadeh: „Und ein Markt, bei dem einige Stände geschlossen und andere noch offen sind, ist kein richtiger Markt“, sagt Mahramzadeh. Wer Kunsthandwerk verkaufe, produziere dies oft selbst und könne nicht länger als vier Wochen in seinem Unternehmen fehlen. Zudem gelte die alte Regel: „Je länger der Markt öffnet, desto niedriger wird die Begehrlichkeit.“ Trotz des schlechten Wetters hat der Weihnachtsmarkt nach Angaben der Stadt das gesteckte Ziel von 1,85 Millionen Besuchern erreicht. Die Händler seien zufrieden.

Die Besucher sind es auch. Als der Regen am späten Sonnabendnachmittag nachlässt, wird es wieder richtig voll auf den Gassen. Und auch am Sonntag ist trotz stürmischen Windes und einer Temperatur von acht Grad, die sich aber deutlich kälter anfühlen, rund um die Marktkirche kein Durchkommen mehr.     

Hannovers Händler setzen auf die nächsten drei Einkaufstage

Gute Umsätze trotz Hagel: Obgleich ein heftiger Wintersturm mit Hagel manche Kunden aus Hannovers City kurzzeitig vertrieben hat, sind die Händler mit den Umsätzen zufrieden. „Ich denke, die Kunden wussten, dass es der letzte Sonnabend vor Weihnachten war, um noch Geschenke zu besorgen“, sagt Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft. Im Vergleich zum November, der mit GdL-Streik, Demonstrationen und extrem warmem Wetter hinter den Erwartungen zurückblieb, seien die Umsätze den gesamten Dezember über sehr zufriedenstellend gewesen. Und gegenläufig zum Bundestrend, bei dem der Handel seit Jahren etwa fünf Prozent des Umsatzes einbüße, stiegen die Umsätze in der Landeshauptstadt jährlich um ein bis zwei Prozent. „Das ist ein Erfolg für den guten Standort mit seinem ausgezeichneten Warenangebot. So kann es weitergehen.“

Lediglich die Umsätze im Bereich Textilien seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben, weil das richtige Winterwetter fehlte. Jetzt hoffen Hannovers Einzelhändler noch auf drei umsatzstarke Tage – und die Zeit nach dem Fest. Neben den Dauerbrennern Spielwaren und Elektronikartikeln sei jedes zweite Geschenk unter dem Weihnachtsbaum entweder Geld oder ein Gutschein, berichtet Prenzler. „Wir hoffen natürlich, dass das in Hannover ausgegeben wird.“ Dieser Trend sei auch der Grund für den verkaufsoffenen Sonntag in Hannover am 28. Dezember. Bemerkbar mache sich aber auch das orthodoxe Weihnachtsfest, das am 6. Januar gefeiert wird. „Schon seit einigen Jahren registrieren wir vor diesem Tag eine starke Nachfrage nach Geschenken.“

vt

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