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Stadt Hannover Kündigung für Wettberger Begegnungsstätte
Aus der Region Stadt Hannover Kündigung für Wettberger Begegnungsstätte
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15:00 26.10.2018
Enttäuscht über die Entscheidung der Stadt: Karin Dohrmann vom DRK und Nils-Christopher Wolff vom Verband Wettberger Vereine in den Räumen des DRK im Edelhof. Quelle: Foto: Irving Villegas
Wettbergen

Der Reformationstag in der kommenden Woche ist für die Wettberger Seniorenarbeit kein Feiertag. Denn dann endet offiziell das Mitnutzungsrecht, das die lokalen Verbände des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) für die Begegnungsstätte im Edelhof Wettbergen haben. Danach stehen sie – trotz vehementer Proteste aus den Reihen der Lokalpolitik und der Wettberger Vereinslandschaft – mit ihren Angeboten heimatlos auf der Straße: Die Stadt hat den Mietvertrag für die Begegnungsstätte bei der Wohnungsgenossenschaft Gartenheim zum Jahresende gekündigt.

Wie es künftig weitergehen kann mit der Nachbarschaftsarbeit des DRK-Ortsvereins und des SoVD-Ortsverbands steht noch immer in den Sternen. In letzter Konsequenz, sagt SoVD-Ortsvorsitzender Ralf Krebs, könnte das sogar den Fortbestand seines Ortsverbands gefährden. Wie berichtet, hat die Stadt vorwiegend aus ökonomischen Gründen beschlossen, den Mietvertrag für den Edelhof zu kündigen.

Die Verwaltung beharrte in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Ricklingen auf Nachfrage der CDU-Fraktion auf dem gleichen Standpunkt wie bei einer ersten Diskussion zu dem Thema im Frühsommer: Mehrere Gruppen des Kommunalen Seniorenservices Hannover (KSH) hätten die Begegnungsstätte in Wettbergen lange Zeit genutzt, doch trotz guter Werbung würden die KSH-Angebote immer schlechter angenommen. Zudem gebe es im Stadtbezirk Ricklingen viele andere Angebote für ältere Menschen, und der Edelhof sei nicht gut mit dem Nahverkehr erreichbar.

Der Wettberger SoVD-Vorsitzende Krebs kann dazu nur den Kopf schütteln. „Vielleicht sollte die Stadt über ihre Angebote noch einmal nachdenken“, meint er. Weder SoVD und DRK noch andere Nutzer der Begegnungsstätte könnten sich über mangelnden Zulauf beklagen. Bei SoVD-Veranstaltungen wie Spielnachmittagen, Seniorencafé oder Vorträgen kämen regelmäßig bis zu 40 Mitglieder.

Zum Jahresende gibt die Stadt die Begegnungsstätte an Gartenheim zurück. In den Wochen zuvor müssen die Räume hergerichtet und gesäubert werden. Gartenheim, schlägt die Stadt vor, könne mit DRK oder SoVD direkte Mietverträge abschließen. Für beide Verbände ist das aber keine Option. „Wir dürfen das gar nicht, und wir könnten es nicht“, sagt Krebs. Verbandsrechtliche Gründe sprächen gegen eine direkte Anmietung. Und die Kosten: Eine höhere dreistellige Summe dürfte die monatliche Miete betragen, das wären im Jahr mehrere Tausend Euro.

Das können sich weder SoVD noch DRK leisten. Sie betreuen und begleiten vorwiegend Wettberger Senioren, die nicht mobil genug sind, um auf andere Räume etwa in Ricklingen oder Mühlenberg auszuweichen. Wettberger Einrichtungen wie die Katakombe, das Karl-Flor-Haus oder die Kirche brauchten ihre Räume selbst und könnten allenfalls dann und wann an externe Anbieter wie DRK und SoVD vermieten, weiß Krebs. All das biete für die Wettberger Senioren keine wirklich angenehmen und verlässlichen Bedingungen. Er befürchtet, dass die älteren Menschen künftig nicht mehr so häufig wie bisher zu den eigenen Angeboten kommen. „Das wäre das Aus für uns.“

Wirklich helfen könnten jetzt nur durchgreifende Entscheidungen: Dass die Stadt etwa die Seniorenarbeit der Wettberger Verbände als so entscheidend wertet, dass sie doch noch die Anmietung des Edelhofs fortsetzt – oder dass Finanzierung und Anmietung auf einem anderen Weg gesichert werden. Es gibt, so sieht es bislang aus, noch eine hauchdünne Entscheidungsfrist. Denn obwohl der Nutzungsvertrag mit der Stadt am 31. Oktober ausläuft, können einige Angebote von DRK und SoVD auch im November noch stattfinden. Anfang Dezember ist dann endgültig Schluss.

Kommentar: Rätselhafte Argumente

Ein ortsnahes und erfolgreiches Angebot für Senioren in Wettbergen muss um seinen Fortbestand bangen. Nicht, weil ein privater Vermieter den von Sozialverbänden betreuten Gruppen gekündigt hat – sondern weil die Stadt als Mieterin aus den Verträgen aussteigen will. Der Verwaltung ist es offenbar zu teuer, den Seniorentreff im Edelhof weiterhin zu finanzieren. Aber gangbare Lösungen, wie das Angebot gerettet werden könnte, hat sie bisher nicht ins Gespräch gebracht. DRK und SoVD können als Kostenträger nicht in die Bresche springen, andere Räume in Wettbergen stünden für die Senioren allenfalls sporadisch zur Verfügung. Es bleibt rätselhaft, warum die Stadt trotz aller Proteste aus dem Stadtteil und der Politik bis dato an ihren Plänen festhält. Das Argument, die Angebote des stadteigenen Seniorenservices würden nicht genügend angenommen, klingt vorgeschoben. DRK und SoVD jedenfalls klagen bei ihren Angeboten nicht über zu wenig Interesse. Offensichtlich gibt es genug Senioren, die gern in den Edelhof kommen. Ältere Menschen brauchen ein vertrautes Umfeld, sie sind für einen potenziellen Ortswechsel meist nicht flexibel oder mobil genug. Schon allein darum sollte der Edelhof weiter ihre Anlaufstelle bleiben.

Von Marcel Schwarzenberger

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