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Stadt Hannover Kurt-Schumacher-Straße: Sperrung für Autos?
Aus der Region Stadt Hannover Kurt-Schumacher-Straße: Sperrung für Autos?
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00:19 06.12.2014
Von Andreas Schinkel
Die Kritik der Üstra am Ausbau der Stadtbahnlinie 10 hat im Rathaus für Wirbel gesorgt. Quelle: Christian Behrens
Hannover

„Wir haben die Regionsverwaltung in einem Brief um Stellungnahme gebeten“, sagte Baudezernent Uwe Bodemann am Mittwoch im Bauausschuss. CDU und FDP teilten die Zweifel der Üstra. „Wenn die Wasserstadt Limmer ans Stadtbahnnetz angeschlossen wird, dann wird das bisherige Konzept über den Haufen geworfen“, sagte FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Aber man müsse überlegen, ob die Busse künftig noch durch die Citystraße fahren sollten.

Die Üstra hatte in einem Brief an die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr bemängelt, dass die neue D-Linie zwar den laufenden Stadtbahnverkehr bewältigen könne, aber bei höheren Taktzahlen von Zügen aus der Spur gerate. Geplant ist bisher, die Gleise der Linie 10 durch die Unterführung zwischen Hauptbahnhof und Ernst-August-Galerie zu verlegen und die Stadtbahn am Raschplatz enden zu lassen. Auf der Kurt-Schumacher-Straße soll ein Hochbahnsteig gebaut werden. Die Bedenken der Üstra hängen mit der geplanten  Wasserstadt Limmer zusammen. Falls die neue Siedlung auf der Conti-Brache einen Stadtbahnanschluss bekommt, die Trasse sogar bis Ahlem-Nord weitergeführt wird, droht nach Ansicht der Üstra eine Überlastung – trotz millionenschweren Ausbaus.

SPD und Grüne geben sich betont gelassen. „Wir wollen zunächst die Bürgerbeteiligung zur Wasserstadt abwarten“, sagt Grünen-Baupolitiker Michael Dette. Noch sei nicht klar, wie viele Menschen in der neuen Siedlung wohnen werden. SPD-Verkehrsexperte Jürgen Mineur plädiert dafür, dass die Wasserstadt in jedem Fall einen Stadtbahnanschluss bekommt. „Aber wir müssen uns fragen, ob wir noch eine parallele Buslinie brauchen“, sagt er. Die Buslinie 700 müsse nicht zwingend durch die Kurt-Schumacher-Straße fahren. Verkehrsplaner Freiwald sieht noch genug Spielraum, um auch auf der neuen Linie 10 mehr Menschen aus Ahlem in die City zu befördern. „Es gibt die Möglichkeit, Verstärkerzüge einzusetzen, die dann ab Humboldtstraße in den Tunnel abbiegen“, sagt er.

Debatte um zeitgemäße Baupläne: Die CDU stieß gestern im Bauausschuss eine Diskussion über die sogenannten Durchführungspläne im Citybereich an. Sie bilden die rechtliche Grundlage dafür, wie hoch und wie tief in der Innenstadt Hannovers gebaut werden darf. Die Pläne stammen aber zumeist aus der Nachkriegszeit. „Die Stadt sollte die Pläne an die heutigen Baustandards anpassen“, forderte CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk. Bauherren hätten wegen der veralteten Vorgaben immer wieder mit Problemen zu kämpfen. Rot-Grün hielt dem entgegen, dass die Pläne im Einzelfall angepasst werden könnten.

Mit einem Klimapaket will die Bundesregierung ihr Ziel von 40 Prozent weniger Treibhausgas-Emissionen bis 2020 noch schaffen. Das Kabinett beschloss am Mittwoch ein Aktionsprogramm und einen Energieeffizienzplan. Auch in Hannover soll die Wärmedämmung mit zusätzlichen Milliardenbeträgen gefördert werden.

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