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Stadt Hannover Vom Heimtierpark zum Wildzoo
Aus der Region Stadt Hannover Vom Heimtierpark zum Wildzoo
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18:21 31.07.2018
Muss saumässig viel vorbereiten: Der Leiter des Wisentgeheges Springe Thomas Hennig hat zum 90. Geburtstags des Wildgeheges viel um die Ohren. Quelle: Mario Moers
Springe

Die Vogelvoliere ist wieder aufgebaut, die denkmalgeschützte Sauparkmauer wird gerade noch repariert. Die Aufarbeitung der Schäden, die Sturm „Friederike“ im Wisentgehege Springe hinterlassen hat, haben dessen Leiter Thomas Hennig im laufenden Jahr kräftig in Anspruch genommen. Nun aber wollen Hennig und der Park feiern: Das Wisentgehege begeht am Mittwoch seinen 90. Geburtstag.

Hennig hofft auf ein ganz besonderes Geschenk. Ein Gast aus Polen soll die frohe Botschaft überbringen. „Der Zuchtbuchführer des internationalen Wisentschutzprogramms Janek Raczynski wird hoffentlich berichten, dass der Bestand die 7000 Tiere geknackt hat“, sagt Hennig. Dass die urige Riesenrinderart mit den zotteligen Haaren sich wieder erholt und nicht längst ausgestorben ist, ist auch dem Wildtierpark in Springe zu verdanken. Über 350 Wisente wurden hier seit der Gründung 1928 geboren.

Als Arterhaltungspark war der Zoo gegründet worden. Ein Jahr zuvor war das letzte freilebende Wisent-Exemplar im Kaukasus erschossen worden. Weltweit existierten nur noch 54 Tiere. Heute grasen Wisente aus der Springer Zucht in Rumänien sogar wieder in freier Wildbahn. Und das Wisentgehege dient heute nicht mehr allein dem Artenschutz.

Genauso bedroht wie einige der heute 111 Tierarten des Wisentgeheges ist das Wissen des Menschen über die heimische Natur und ihre Bewohner, fürchtet Hennig. „Wir erleben eine immer größere Entfremdung von der Natur. Die Umweltpädagogik ist deshalb zum gleichberechtigten Ziel neben dem Artenschutz gewachsen.“Das 2010 errichtete Waldpädagogikzentrum sei zu einem zentralen Pfeiler im Gesamtkonzept geworden.

Der aktuelle Leiter des Wisentgeheges setzt eine Entwicklung fort, die sein Vater Joachim Hennig bereits in den Siebzigerjahren begonnen hatte – den Ausbau des 1936 für Besucher geöffneten Schutzparks zu einem modernen Wildzoo, mit allem, was vermeintlich dazugehört – Wolfsshow, öffentliche Fütterungen, attraktive Spazierwege, Pommes und ein Café. „In den ersten Jahren gab es hier beinahe ausschließlich Wild aus der Deister-Region. Statt ausgebildeten Pflegern brachten ausgemusterte Waldarbeiter den Tieren das Futter, das war es“, sagt Hennig. 2017 besuchten 160 000 Besucher das Gehege – Tendenz steigend. Zum Vergleich: Der Zoo in Hannover zählte 1,1 Millionen Besucher. Als Konkurrenten empfindet man sich, zumindest offiziell, nicht. „Auch wenn wir vielleicht etwas frech vor deren Eingang für unsere Jahreskarten werben“, sagt Hennig mit einem Augenzwinkern.

Sanierungspläne und Träume

Nachdem die Sturmschäden auch mithilfe des finanzstarken Fördervereins behoben sind, blickt der Leiter vorsichtig in die Zukunft. Abhängig davon, ob Förderanträge bewilligt werden, soll vor allem saniert werden. Den einfachen Kinderspielplatz würde man gern unter umweltpädagogischen Gesichtspunkten in das Gesamtkonzept integrieren. Erneuert werden sollen die Gehege der Vielfraße, von Wolf und Bär. Unabhängig von Fördergeld wird auch das stark abgenutzte Wildschweingehege renoviert.

Und was wünscht sich der Leiter für das 100-jährige Bestehen? „Mein Traum ist der Blick in die Extreme“, sagt Hennig. Was passiert in der Spechthöhle, was unter der Grasnarbe? Ein Baumwipfelpfad und Attraktionen für die verborgenen Seiten der Natur sind Visionen, die der 55-jährige Leiter noch gern umsetzten würde.

Das vollständige Programm und Informationen zum Jubiläumsprogramm gibt es unter www.90wildetage.de. Eine Filmdokumentation über die Wisentzucht in Springe zeigt der NDR am Dienstag, 11.September, um 18.15 Uhr.

Von Mario Moers

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