Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Falsches Neonazi-Flugblatt verursacht Wirbel
Aus der Region Stadt Hannover Falsches Neonazi-Flugblatt verursacht Wirbel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 31.12.2016
Von Tobias Morchner
„Zum Thema Flüchtlinge“: Das Anschreiben zur Umfrage. Quelle: Handout
Hannover

Die Antidiskriminierungsstelle der Stadt sowie die Ethikkommission der Hochschule haben sich bereits mit dem Fall befasst. Jetzt hat die renommierte Amadeu-Antonio-Stiftung aus Berlin, die unter anderem vom Bundesfamilienministerium gefördert wird, einen offenen Brief an Christoph Klimmt, den Initiator des umstrittenen Forschungsprojekts, veröffentlicht. Darin wirft ihm die Stiftung unter anderem die Verbreitung von rechtsextremem Gedankengut vor.

Klimmt ist Direktor des Instituts für Journalistik und Kommunikationsforschung der Hochschule und hatte die Studie konzipiert. Durch eine Befragung von insgesamt 1300 Teilnehmern wollte er herausfinden, wie Bürger auf Handzettel mit rechtsradikalen Inhalten reagieren, die sie in ihren Briefkästen finden. Die Teilnehmer erhielten ein Anschreiben, in dem der Zweck der Studie erklärt wurde, einen Fragebogen und ein einseitig bedrucktes Flugblatt der fiktiven Gruppierung „Bündnis besorgter Bürger Hannover BBH“, auf dem Ausländer und Asylbewerber verunglimpft wurden. Asylunterkünfte führten zu einer „Vermüllung der Umgebung“ und zu einer „Verknappung des Wohnraums für Deutsche“ heißt es in dem Schreiben. Am Ende wird auf die Internetpräsenz einer tatsächlich existierenden rechtsradikalen Bewegung verwiesen.

Die Amadeu-Antonio-Stiftung kritisiert das Vorgehen des Forschers. Die Inhalte des vom Institut verwendeten Flyers entstammten wortwörtlich der Broschüre einer Neonazi-Partei. „Sie verbreiten damit offen rassistisches Propagandamaterial. In unseren Augen ist diese Vorgehensweise unverantwortlich“, heißt es in dem offenen Brief. Zudem kritisiert die Stiftung den Hinweis auf den real existierenden Online-Auftritt der Neonazi-Gruppierung.

Im Gespräch mit der HAZ bestätigt Wissenschaftler Klimmt, sich für sein fiktives Flugblatt bei der Broschüre bedient zu haben. „Um wissenschaftlich valide Antworten zu bekommen, musste das Flugblatt so authentisch wie möglich sein“, sagt er. Allerdings habe er jegliche Aufrufe zu Gewalt und Gesetzesverstößen, die in der rechtsradikalen Broschüre ebenfalls enthalten sind, weggelassen. Auch der Hinweis auf die Internetseite sei aus Gründen der Authentizität auf dem Flyer abgedruckt gewesen. „Das würde ich heute allerdings nicht mehr so machen“, sagt Klimmt. Die wissenschaftliche Umfrage sei unmittelbar nach den sexuellen Übergriffen in der Kölner Silvesternacht konzipiert worden und sollte schnell gestartet werden. Daher habe es in diesem Fall keine Rückkopplung mit der Kommission für Forschungsethik der Hochschule gegeben.

In einem Antwortschreiben an die Amadeu-Antonio-Stiftung hat Klimmt versichert, mit dem Projekt „keine heimlichen propagandistischen Ziele“ zu verfolgen und ein Gespräch mit der Stiftung angeboten. Im Januar steht allerdings zunächst das Treffen mit der Antidiskriminierungsstelle der Stadt an.

Stadt Hannover Stadtspaziergang mit Fan-Anwalt Hüttl - „Hannover ist die schönste Stadt der Welt“

Andreas Hüttl verteidigt Anhänger von Hannover 96 vor Gericht. Als Fan traf er seine ersten Klienten in der Nordkurve. Auf einem Stadtspaziergang erzählt der Anwalt, was Fußball für ihn bedeutet, wie es ist, seinen Lieblingsverein anzuzeigen - und entpuppt sich als Lokalpatriot.

Gunnar Menkens 30.12.2016

Was wird aus dem Andreas-Hermes-Platz hinter dem Hauptbahnhof? Nach Informationen der HAZ wünscht sich eine breite Mehrheit aus SPD, CDU, Grünen und FDP einen Ideenwettbewerb, um die künftige Nutzung zu planen. Derweil möchte ein Investor ein 15-stöckiges Hotel auf dem Areal bauen.

Andreas Schinkel 30.12.2016

Das jüdische Lichterfest Chanukka soll ein Zeichzen gegen die Dunkelheit setzen. Am Dienstag haben rund 500 Gläubige auf dem Opernplatz die Kerzen des Chanukkaleuchters entzündet. Auch zwei Holocaust-Überlebende waren vor Ort.

28.12.2016