Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover „Wir müssen mehr Wohnungen bauen“
Aus der Region Stadt Hannover „Wir müssen mehr Wohnungen bauen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 13.12.2014
Von Andreas Schinkel
Die Mietpreise in Hannover sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Quelle: Thomas/HAZ
Hannover

Studenten wissen es längst: Wer in Hannover eine kleine Wohnung in zentraler Lage sucht, muss tief in die Tasche greifen. Wenn es dann einer der „angesagten“ Stadtteile sein soll, etwa Linden, Nord- oder Südstadt, wird die Suche schwieriger – und die Mietpreise liegen noch höher. Diese Erfahrung aus dem Alltag belegt der neueste Mietspiegel, der jetzt die Runde durch die Gremien von Stadt und Region macht.

In guten Wohnlagen, wozu der Mietspiegel Stadtteile wie Oststadt, Zoo, Südstadt und Teile der Nordstadt rechnet, beträgt der mittlere Preis von Ein- bis Zweizimmerwohnungen 7,49 Euro pro Quadratmeter, 2011 waren es noch 5,35 Euro. Der neue Mietpreisindex zeigt auch, dass die Mieten für neu errichtete, größere Wohnungen (ab 85 Quadratmeter) in guten Lagen deutlich nach oben geklettert sind. 9,10 Euro pro Quadratmeter müssen Mieter für eine solche Wohnung zahlen, im vergangenen Jahr waren es noch 8,05 Euro. Dagegen sind die Preise für mittelgroße Wohnungen (45 bis 85 Quadratmeter) relativ stabil geblieben, ja zum Teil sogar gefallen. Das gilt vor allem für „normale Wohnlagen“, etwa Badenstedt, Ahlem und Misburg. In guten Lagen aber haben auch die Preise für mittelgroße Wohnungen kräftig angezogen.

Kleine Wohnungen immer beliebter

„Die Nachfrage nach kleinen Wohnungen wächst stetig“, berichtet Susanne Schönemeier vom Mieterbund Hannover. Die Gruppe der Interessenten sei breit gefächert. Nicht nur Studenten fragen nach solchen Wohnungen, sondern auch Senioren, die zurück in die Stadt ziehen wollen, sowie junge Berufsanfänger. „Die großen Wohnungen sind bei Familien begehrt“, sagt Schönemeier. Letztlich gebe es zwar viele neue Bauprojekte in Hannover, aber das sei noch nicht genug, um den Anstieg der Mieten zu bremsen. „Auch geht die Preisschere zwischen den begehrten City-Vierteln und den weniger beliebten Randlagen immer weiter auseinander“, sagt Schönemeier. In Vierteln mit sozialen Problemen wie Mühlenberg fielen die Preise sogar.

Die Ratspolitik stimmt dem Credo des Mieterbunds im Kern zu. „Wir müssen mehr Wohnungen bauen“, fordert Grünen-Baupolitiker Michael Dette. Sein Kollege von der SPD, Ewald Nagel, sieht die Stadt bereits auf einem guten Weg. „Mit unserem Wohnungsbauprogramm schaffen wir kleine Wohnungen und größeren Wohnraum für Familien“, sagt er. Grünen-Politiker Dette reichen diese Anstrengungen nicht. „Wir müssen darüber nachdenken, ob die städtische Immobiliengesellschaft GBH sich nicht mehr im Wohnungsbau engagiert“, sagt er. Dette schlägt vor, dass die GBH einen Teil ihres Gewinns in Bauprojekte investiert. „Darüber sollte es eine politische Debatte geben.“

Hintergrund ist die gesetzliche Vorgabe, dass eine Wohnungsgesellschaft wie die GBH ihre Gewinne zunächst nicht an die Stadt Hannover, ihren Träger, ausschütten darf. Erst nach einem Zeitraum von zehn Jahren, so sieht es das Gesetz vor, ist eine Gewinnausschüttung erlaubt. Das wäre im Falle der GBH im Jahr 2020. „Dann bekommt die Stadt eine Summe von 30 bis 40 Millionen Euro überwiesen“, schätzt Dette. Einen Teil davon könne die GBH angesichts der steigenden Mietpreise jetzt in den Wohnungsbau investieren, meint der Baupolitiker.

CDU will deutlich mehr Wohnraum

Auch die CDU ist der Ansicht, dass in Hannover noch mehr Wohnraum geschaffen werden sollte. „Wir brauchen mehr Wohnungen für Studenten“, sagt CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk. Er kritisiert, dass der neue Mietspiegel wenig aussagekräftig sei. Bei Neuvermietungen von sanierten Altbauten in guter Lage stiegen die Preise bis auf zehn Euro pro Quadratmeter, sagt Blaschzyk. Im Mietspiegel sind solche Wohnungen mit Kaltmieten von unter sieben Euro ausgewiesen.

Den Linken im Rat bereitet Sorge, dass es der Stadt immer schwerer fällt, Flüchtlingen und Obdachlosen ein Dach über dem Kopf zu geben. „Die Stadt sollte überlegen, Belegrechtswohnungen an Obdachlose abzugeben“, schlägt Linken-Fraktionschef Oliver Förste vor. Er will jetzt eine Anhörung zu dem Thema im Bauausschuss beantragen.

Die FDP fordert, mehr Studentenwohnheime zu bauen und dadurch die Lage auf dem Wohnungsmarkt zu entspannen. „Derzeit braucht man nicht einmal eine Annonce aufzugeben, um Nachmieter für eine Einzimmerwohnung zu finden“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Der Mietspiegel sei sowohl für Mieter als auch für Immobilieneigentümer eine wichtige Hilfe zur Orientierung.  

  

Wegen Beihilfe zum Drogenhandel steht eine 65-jährige Rentnerin vor dem Landgericht Hannover. Sie soll ihren 40-jährigen Sohn für seine illegalen Machenschaften von Hameln nach Hannover gefahren haben.

Michael Zgoll 13.12.2014

Im seit Jahren schwelenden Konflikt um Neubau oder Abriss des Gemeindehauses der Bothfelder St.-Nathanael-Kirche gibt es jetzt eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann.

Mathias Klein 13.12.2014

Am Mittwochmittag noch hat Thorsten Wucherpfennig mit seinem Team am Fischstand herumgewerkelt. Am Abend kamen 250 Gäste, um das Werk zu beklatschen, ab heute ist es für die Kundschaft freigegeben: Die Kaufmannsfamilie Wucherpfennig hat gestern einen weiteren Markt in Betrieb genommen.

10.12.2014