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Stadt Hannover In Hannover werden immer weniger Autos gestohlen
Aus der Region Stadt Hannover In Hannover werden immer weniger Autos gestohlen
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00:15 27.07.2017
Von Tobias Morchner
„Zwischen vier und acht Minuten“ benötigen die Täter für den Autoaufbruch. Wer das verhindern will, muss sein Auto besser schützen. Quelle: dpa
Hannover

Im ersten Halbjahr hat sich die Zahl der in Hannover gestohlenen Autos fast halbiert: von 521 in den ersten sechs Monaten 2016 auf 290 bis Ende Juni 2017. Allerdings steigt aktuell die Zahl der Einbrüche in Autos, bei denen vor allem Navigationsgeräte und Airbags gestohlen werden.

17 Mitarbeiter fahnden gezielt

Im Januar nahm die 17-köpfige Ermittlungsgruppe (EG Kfz) ihre Arbeit auf. Seitdem werden die Autodiebstähle nicht mehr dezentral in den einzelnen Polizeiinspektionen bearbeitet, sondern ausschließlich von den speziellen Ermittlern. Das Team hat inzwischen auch erste Erkenntnisse über die Täter und ihren Organisationsgrad erhalten. „Sie arbeiten in der Regel in Gruppen und sind überregional tätig“, sagt Ingrid Rabbe, die Leiterin der Kriminalfachinspektion 2, zu der die Ermittlungsgruppe gehört.

Die Banden haben jeweils einen oder mehrere Logistiker. Diese kundschaften Örtlichkeiten genau aus, sammeln Informationen, wo und wann für die zu stehlenden Fahrzeuge abgestellt werden. „Sie sehen etwa auf der Autobahn oder in der Innenstadt ein für sie interessantes Fahrzeug und verfolgen es dann so lange, bis sie wissen, in welcher Straße oder vor welchem Haus es regelmäßig abgestellt wird“, sagt Rabbe. Diese Informationen geben die Kundschafter an den Aufbrecher weiter. Der entwendet das Fahrzeug, wobei er meist von einem Komplizen unterstützt wird, der Schmiere steht. Den gestohlenen Wagen übergeben sie an einen weiteren Täter, der die Beute entweder in ein Zwischenlager oder sofort außer Landes bringt. „Die Täter stammen oft aus Osteuropa“, sagt Rabbe, „wir hatten aber auch schon Fälle, in denen die gestohlenen Fahrzeuge in Holland aufgetaucht sind.“ Nichts geändert habe sich bislang bei den bevorzugten Marken. „Deutsche Fahrzeuge wie Mercedes, BMW, Audi und VW stehen nach wie vor hoch im Kurs.“

Kopfzerbrechen bereiten den Ermittler bislang noch die Fälle, bei denen die Täter nur Fahrzeugteile ausbauen und stehlen. In diesem Bereich sind die Zahlen weiter hoch. 924 Fälle beschäftigten die Polizei im ersten Halbjahr des Jahres 2016. Im Vergleichszeitraum 2107 waren es sogar einige Fälle mehr. Genaue Zahlen möchte die Polizei derzeit nicht nennen.

Die Täter haben es insbesondere auf festinstallierte Navigationsgeräte und Airbags abgesehen. Sie gehen blitzschnell vor. „Nach unseren Erkenntnissen benötigen sie zwischen vier und acht Minuten vom Einschlagen der Scheibe bis zum Ausbau des Geräts“, sagt Rabbe. Die Täter handelten dabei oft auf Bestellung. Oft entdeckten die Ermittler bei festgenommenen Autoaufbrechern regelrechte „Einkaufslisten“ von Ersatzteilen. Eine der Maßnahmen, die von der EG KfZ in die Wege geleitet wurden, sind daher regelmäßige Kontrollen gemeinsam mit dem Zoll am Zentralen Omnibusbahnhof. „Die gestohlenen Einzelteile werden oft mit Überlandbussen ins Ausland gebracht“, sagt die Beamtin.

Kontrollen mit dem Zoll

Zu den größten Erfolgen der neuen Ermittlungsgruppe gehören die Festnahme eines 54-Jährigen in Holland, der einen auffälligen Luxusbus in Badenstedt entwendet hatte, und die Festnahme eines 51-Jährigen auf der Autobahn 2, der sich auf den Diebstahl des ­124-er Modells von Mercedes spezialisiert hatte und der womöglich für 48 Taten verantwortlich ist.     

So schützen Sie sich

Grundsätzlich gilt: Es ist alles ist gut, was dazu dient, den Tätern die für den Einbruch benötigte Zeit zu verlängern.

Schutzfolie: Autodiebe schlagen meist die hintere Dreiecksscheibe des Wagens ein. Die Polizei rät, diese Fenster mit Autoglas-Schutzfolie zu bekleben. Die Folie verhindert zwar nicht, dass das Glas zerstört werden kann, verzögert das Eindringen ins Fahrzeug aber deutlich.

Funkschlüssel-Etui: Profidiebe können die Daten moderner Funkschlüssel (Keyless-Go-System) ausspionieren – sogar dann, wenn diese nicht in Benutzung sind. Besondere Schutzetuis verhindern das. Sie kosten zwischen zehn und 20 Euro.

Alarmanlagen: Die Behörde rät zudem zum Einbau von Alarmanlagen in die Autos – egal ob mit optischem oder akustischem Warnsignal. Sie schrecken Täter ab, und Zeugen werden leichter aufmerksam und können später Hinweise liefern. tm     

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