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Stadt Hannover Immer mehr Flüchtlinge verlassen die Region
Aus der Region Stadt Hannover Immer mehr Flüchtlinge verlassen die Region
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22:28 30.12.2016
Von Jutta Rinas
Die freiwillige Ausreise der Flüchtlinge sei "ganz sicher der bessere Weg", sagt Regionsdezernentin Hermenau.
Hannover

Auch die Zahl der Abschiebungen stieg in Stadt und Umlandkommunen insgesamt erheblich. Im vergangenen Jahr mussten 184 Flüchtlinge aus Stadt und Umland Deutschland zwangsweise wieder verlassen. 2016 waren es insgesamt 312.

Die erheblich gestiegenen Zahlen entsprechen dem niedersächsischen Landestrend. Erst vor ein paar Tagen hatte Ministerpräsident Stephan Weil prognostiziert, dass Niedersachsen in diesem Jahr die höchste Rückführungsquote bei Flüchtlingen haben werde. Er rechne in Niedersachsen am Ende des Jahres mit etwa 2000 Abschiebungen und zwischen 12 000 und 13 000 freiwilligen Rückkehrern. Gerade die Zahl der freiwilligen Rückkehrer, sagte Weil, sei bemerkenswert.

Freiwillige Ausreise sei "ganz sicher der bessere Weg"

Cora Hermenau, Dezernentin für Öffentliche Sicherheit und Gesundheit der Region Hannover, sagte gestern, es sei das Ziel der Region Hannover, dass Menschen, die hier keine Bleibeperspektive hätten und aus sicheren Herkunftsländern stammten, möglichst schnell in ihre Heimat zurückkehrten. Eine freiwillige Ausreise in die Heimat der Menschen sei „ganz sicher der bessere Weg“.

Viele Flüchtlinge werden Neujahr volljährig

Etliche minderjährige Flüchtlinge in Deutschland gelten ab Neujahr als Volljährige. Das hat damit zu tun, dass die Jugendlichen bei der Einreise angaben, ihren Pass verloren zu haben und ihr genaues Geburtsdatum nicht zu kennen. Die Behörden notierten dann der Einfachheit halber den 1. Januar 1999 als Geburtsdatum. Auf dem Papier werden viele minderjährige Flüchtlinge folglich am Neujahrstag 18. Das hat Folgen für die Kommunen – auch für Hannover.
Volljährige Flüchtlinge fallen aus der Jugendhilfe heraus, die von den Bundesländern finanziert wird. Kostenträger wird dann die Kommune. „Uns ist bekannt, dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge von der Regelung betroffen sind und weiter Kosten entstehen“, sagt Stadtsprecher Alexis Demos. Rund 360 jugendliche Asylsuchende werden derzeit von der Stadtverwaltung betreut. 45 von ihnen sind bereits volljährig, werden aber noch immer pädagogisch unterstützt, weil sie traumatisiert sind.

Hermenau betonte, wie wichtig es sei, den freiwilligen Rückkehrern Perspektiven für ihr künftiges Leben in der Heimat aufzuzeigen. Die Regionsverwaltung entwickelt zurzeit gemeinsam mit gemeinnützigen Partnern ein eigenes Rückkehrerprogramm. Mithilfe von Muttersprachlern, die die Situation in Deutschland und im Herkunftsland kennen, soll auch nach der Rückreise bis zu einem Jahr der Kontakt gehalten und so die Reintegration erleichtert werden.

Zukunft in Heimatländern soll möglichst einfach sein

Die Einschaltung von Hilfsorganisationen vor Ort solle den Aufbau einer Zukunft in den Heimatländern möglich machen, sagte Hermenau: „Ein Leben ohne Heimweh im Herkunftsland sei ein Weg, der - sollte er erfolgreich sein - Gewinner auf allen Seiten habe. Constanze Beckedorf, Sozialdezernentin der Stadt, wollte sich zu dem Thema nicht äußern.

Stadt und Regionsverwaltung haben eigene Ausländerbehörden. Die Zahl der freiwilligen Rückkehrer ist im Umland mit 807 Menschen (Vorjahr: 163) deutlich stärker gestiegen als in der Stadt mit 284 (Vorjahr: 193). Bei den Abschiebungen waren es in der Stadt Hannover in diesem Jahr 118 (Vorjahr: 94), im Umland 194 (Vorjahr: 90). Die meisten Rückkehrer sind nach Angaben von Stadt und Region Balkanflüchtlinge, die aus sicheren Herkunftsländern stammen und in Deutschland nur eine geringe Chance auf Asyl haben.

Seit Neuestem schickt die Bundesregierung teils in Sammelfliegern deutlich mehr Flüchtlinge aus Afghanistan in ihr Herkunftsland zurück, weil sie zumindest einige afghanische Regionen für sicher genug hält. In Hannover und im Umland hat sich das indes noch nicht niedergeschlagen. In der Region hat es 2016 bis zum Stichtag 23. Dezember keine Abschiebung von Afghanen gegeben. In Hannover wurde nach Angaben der Stadt 2016 bisher ein Afghane abgeschoben - allerdings im August, also lange vor den Sammelcharter-Aktionen der Bundesregierung.

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