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Stadt Hannover Mückenplage: "So schlimm war es noch nie"
Aus der Region Stadt Hannover Mückenplage: "So schlimm war es noch nie"
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17:05 11.08.2017
Von Simon Benne
Die Zahl der Mücken nimmt in Hannover nach dem Hochwasser weiter zu. Quelle: Thomas
Hannover

Seit mehr als 20 Jahren ist er Jäger in Hannover. Er ist oft im Grünen, und er ist nicht zimperlich. Doch eine derartige Plage hat er bislang nicht erlebt: „So viele Mücken hatten wir noch nie, in den vergangenen Tagen haben sie sich explosionsartig vermehrt“, sagt Heinz Pyka. „Bei der Brombeersuche in der Döhrener Masch war ich binnen Minuten völlig zerstochen.“

Ständig Stiche kühlen

In einigen Stadtteilen tauchen sie kaum auf, doch in Gegenden, die vom Hochwasser betroffen waren, tummeln sich mittlerweile ganze Schwärme von Mücken. „Bei uns werden immer wieder Kinder und Mitarbeiter gestochen, ständig müssen wir Stiche kühlen“, sagt Sabine Thiemann, Leiterin der Awo-Kita in der Wiehbergstraße. „Draußen ist es kaum auszuhalten“, sagt auch Heike Bittner, die in der Nähe am Döhrener Leinewehr wohnt. „Nachts lassen wir alle Jalousien herunter.“

Der Winter war mild, das Wetter ist warm – und das Hochwasser hat kleine Wasserlachen zurückgelassen, auf deren Oberfläche Mücken ihre Eier ablegen. „Dadurch herrschen für sie zurzeit sehr gute Brutbedingungen“, sagt Holger Scharlach vom Landesgesundheitsamt, das seit Jahren ein „Mückenmonitoring“ betreibt.

Wasserlachen sind guter Nährboden

Ein Dorado für Mücken ist beispielsweise das Gelände des Kleingärtnervereins Bischofshole. Die Gärten standen hier teils knietief unter Wasser. Noch immer ist der Boden so feucht und aufgeweicht, dass Rasenmähen kaum möglich ist. Eine ideale Brutstätte für Mücken. „So schlimm wie jetzt war es noch nie“, sagt Marina Brusch, die das Vereinsheim führt. „Wer draußen sitzt, muss permanent um sich schlagen.“

Die Mücken sind nicht die einzige Nachfolgeplage des Hochwassers: In Teilen der Überschwemmungsgebiete klagen Anwohner über massive Geruchsbelästigung. „Das Hochwasser hat Faulschlamm hinterlassen, manchmal auch ein paar tote Fische – das kann bestialisch stinken“, sagt Jäger Pyka.

Unangenehmer Geruch kommt hinzu

Eine gute Nachricht: Exotische Mückenarten wie die Asiatische Tigermücke („Aedes albopictus“), die gefährliche Viren übertragen können, wurden bislang nicht gesichtet: „In der Region Hannover sind wir von diesen Arten noch nicht heimgesucht“, sagt Constanze Wasmus, Leiterin des Teams Umweltmedizin der Region.

Eine schlechte Nachricht: Von der Eiablage bis zum Schlüpfen der nächsten Mückengeneration vergehen etwa drei Wochen, bei warmer Witterung geht es auch schneller. „Daher ist auch in den nächsten Wochen mit einem vermehrten Auftreten von Mücken zu rechnen“, sagt Holger Scharlach vom Landesgesundheitsamt.

SG Limmer: Vom Hochwasser besonders betroffen war die SG Limmer. Der Trainingsplatz des Vereins ist noch immer nicht bespielbar. „Der Rasen ist außerdem möglicherweise mit Schadstoffen belastet“, sagt Spartenleiter Karl-Heinz Dohmeyer: „Das gemähte Gras muss entsorgt werden.“

Bootsclub Laatzen: Auch der Bootsclub Laatzen hat noch mit den Folgen des Hochwassers zu kämpfen, das das Vereinshaus überschwemmt hatte. „Es sind noch viele Schäden sichtbar“, sagt Bootshauswart Uwe Selle. Fliesen seien lose, in Holzverkleidung und Sitzbänken stecke noch Feuchtigkeit, die Bodenplatte der Theke musste entsorgt werden: „Wir haben mehrere Tage lang geputzt“, sagt Selle. „Das muss der Verein allein wuppen.“     

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