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Zahl der Wolfsrisse hat sich verdoppelt

Statistik für Niedersachsen Zahl der Wolfsrisse hat sich verdoppelt

Die Zahl der von Wölfen getöteten Nutztiere hat sich in Niedersachsen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Das geht aus den Zahlen des Wolfsbüros des Landes hervor.

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Die Zahl der Wolfsrisse in Niedersachsen hat sich 2017 verdoppelt.

Quelle: Thomas Fietzek

Hannover.   Mit zunehmender Sorge registrieren die Halter von Schafen, Ziegen und Rindern die Ausbreitung des Wolfes in Niedersachsen. Die Zahl der von Wölfen getöteten Nutztiere hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Landesweit wurden 355 Weidetiere gerissen, im Jahr zuvor waren es nur 178 gewesen, wie eine Sprecherin des Wolfsbüros mitteilte.

Gab es 2016 noch zehn Wolfsrudel in Niedersachsen, so waren es in diesem Jahr schon mindestens 14. Die Landesjägerschaft geht von bis zu 150 Tieren aus. Um die zum Teil mit großer Aufregung geführte Debatte um die Wiederansiedlung der Wölfe zu beruhigen, plant die neue Landesregierung eine ganze Reihe von Schritten – auch bei der Schadensregulierung.

Sicherheit hat Vorrang

„Wir sind beim Artenschutz für den Wolf in einer Phase angelangt, in der nicht das einzelne Tier oder Rudel entscheidend ist, sondern die Akzeptanz der Gesellschaft“, sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD). Die Sicherheit der Menschen habe oberste Priorität, betonte der Minister. „Wenn Wölfe die Scheu vor dem Menschen verlieren und dadurch zur Gefahr werden, müssen sie schnell entnommen werden.“ Das heißt, die Tiere werden eingefangen oder getötet. Im Jahr 2016 wurde ein Wolf per Ausnahmegenehmigung im Heidekreis erschossen. Das Tier hatte die natürliche Fluchtdistanz nicht eingehalten und sich wiederholt Menschen genähert.

„Auch der Umgang mit Wölfen, die wiederholt Herdenschutzmaßnahmen überwinden, muss überdacht werden“, sagte der Minister. „Wenn Rinder nach guter fachlicher Praxis eingezäunt sind und trotzdem wiederholt von Wölfen angegriffen werden, müssen wir reagieren.“ Im Einzelfall könnten aggressive Wölfe in ein Gehege gebracht werden. Auch Vergrämen sei eine Möglichkeit, also das dauerhafte Verscheuchen.

Weniger Bürokratie

Der Wolf ist in Deutschland streng geschützt. Grundsätzlich sind die Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise für Ausnahmegenehmigungen zur Entnahme von geschützten Tieren verantwortlich. Sind Menschen gefährdet, geht die Verantwortung auf das Land über.

Den Weidetierhaltern will der neue Umweltminister auch an anderer Stelle entgegenkommen. So sollen Schadensersatzforderungen unbürokratischer als bisher bearbeitet werden. Im Standardverfahren reiche eine optische Begutachtung von Wolfsrissen. Nur im Zweifelfall soll eine DNA-Analyse klären, ob wirklich ein Wolf am Werk war. Zudem müsse der Herdenschutz ausgebaut werden, etwa durch Hunde oder Zäune. „Ganz aktuell haben wir schon die Förderkulisse auf ganz Niedersachsen ausgeweitet und zukünftig sollen auch Hobbytierhalter gefördert werden können“, erklärte Minister Lies.

Wer für den Wolf zuständig ist

Die Landesjägerschaft in Niedersachsen ist dafür zuständig, die Wölfe zu erfassen und zu beobachten. Zu einem solchen Monitoring gehört, dass Tiere mit Sendern versehen werden. Man kann so jederzeit feststellen, wo sie sich aufhalten. Ein Wolf kann in einer Nacht gut 60 Kilometer zurücklegen. Um eine bessere Beobachtung der Tiere zu gewährleisten, will das Umweltministerium dafür sorgen, dass in Zukunft ein Tier pro Rudel einen Sender bekommt.

Das Wolfsbüro wurde am 1. Juli 2015 gegründet. Es gehört zum Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Durch eine EU-Richtlinie und das Bundesnaturschutzgesetz ist Niedersachsen verpflichtet, dem Wolf Schutz zu gewähren. Im Wolfsbüro werden Meldungen über Nutztierrisse einschließlich der Ausgleichszahlungen sowie Anträge auf Präventionsmaßnahmen bearbeitet.

 

Von Peer Körner

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