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Aktuelles Heruntergelassene Rollläden laden zu Einbruch im Urlaub ein
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04:54 04.06.2018
Kriminaloberrat Harald Schmidt ist Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes mit Sitz in Stuttgart. Quelle: Rüdiger Kottmann/Landeskriminalamt Baden-Württemberg
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Stuttgart

Man stelle sich vor: Man sitzt am Strand, und das Telefon klingelt. Die Polizei ist dran. Einbrecher haben das Zuhause verwüstet. Der schönste Urlaub ist dann ruiniert.

Das Dumme an der Sache: Allzu oft laden Urlauber die Verbrecher sogar nach Hause ein, sagt Kriminaloberrat Harald Schmidt von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Fatal können etwa beschriftete Schilder am Koffer oder heruntergelassene Rollläden sein, erläutert er im Interview mit dem dpa-Themendienst.

Woran erkennen Einbrecher, dass mein Haus ein guter Ort für den Einbruch ist?

Harald Schmidt: Es gibt ganz große Fehler, die Sie machen können - nämlich kein sicherheitsbewusstes Verhalten an den Tag zu legen. Wenn man etwa Hinweise auf Abwesenheit gibt wie überquellende Briefkästen oder die tagsüber verschlossenen Rollläden. Das sind letztlich alles Signale und Einladungen. Auch eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter oder in den sozialen Netzwerken, dass man im Urlaub ist, zählt dazu. Oder der Abwesenheitsassistenz des E-Mail-Programms und das Kofferschild. Bei letzterem gilt der Tipp, dass man die Adresse verdeckt am Gepäckstück anbringen sollte, so dass Umstehende am Flughafen nicht lesen können: Der Harald Schmidt ist im Urlaub.

Viele sagen sich: "Ich habe doch nichts besonders Wertvolles." Gibt es Menschen, die besonders für Einbrüche gefährdet sind?

Schmidt: Das ist der größte Irrtum, dem die Menschen unterliegen. Denn es kann bei jedem was abhanden kommen - und zwar ihr Sicherheitsgefühl. Untersuchungen haben ergeben, dass fast jedes vierte Opfer eines Wohnungseinbruchs sich anschließend mit dem Gedanken eines Umzugs trägt, weil das Unwohlsein-Gefühl so groß geworden ist. Aber die wenigsten können sich das finanziell leisten. Und sie müssen bedenken: Es werden häufig auch Erinnerungen gestohlen, die von einer Versicherung nicht ersetzbar sind, weil sie einen emotionalen Wert haben. So etwas ist unwiederbringbar weg.

Wenn ich keine Zeit vor der Abreise oder kein Geld für große Nachrüstungen habe, wie kann ich mich auf die Schnelle etwas besser schützen?

Schmidt: Zunächst gilt es, eben keine Hinweise auf Abwesenheit zu geben. Man kann Nachbarn bitten, den Briefkasten zu leeren, die Rollläden abends zu schließen und morgens zu öffnen. Wer dafür niemanden hat, kann eine Anwesenheitssimulation mit einer Zeitschaltuhr einrichten. Sie schaltet etwa in regelmäßigen Abständen das Licht an und aus. Damit der Briefkasten während Ihres Urlaubs nicht überquillt, können Sie auch einen Lagerservice beauftragen. Das sind kurzzeitig realisierbare Maßnahmen.

Stimmt es denn eigentlich, dass Einbrecher vor allem die Ferienzeit ausnutzen?

Schmidt: Diesen Zusammenhang können wir nicht herstellen. Entgegen der landläufigen Meinung erfolgen Einbrüche häufig zur Tageszeit, zum Beispiel während einer kurzen Abwesenheit des Bewohners, so etwa zur Schul-, Arbeits- und Einkaufszeit, am frühen Abend oder an den Wochenenden. Wir raten Ihnen daher unabhängig von der Fahrt in den Urlaub zur richtigen Sicherung Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses. Das heißt zu richtig aufeinander abgestimmter mechanischer und elektronischer Sicherungstechnik sowie einem sicherheitsbewussten Verhalten. Sie können sich über die Webseite www.k-einbruch.de der Polizei informieren, dort bekommen Sie produktneutrale Informationen. Darüber hinaus gibt es die kostenlosen kriminalpolizeilichen Beratungsstellen.

Was können Mieter tun?

Schmidt: Der Mieter braucht für Nachrüstungen natürlich die Zustimmung des Eigentümers. Vermieter müssen erkennen, dass es zur Attraktivität eines Mietobjektes beiträgt, nicht nur Tageslichtbad oder eine Einbauküche zu vermieten, sondern auch Sicherheit.

dpa

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