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Die Bahn benötigt dringend Lokführer

Zum Bericht „Ist der Zug schon abgefahren?“ vom 4. Februar Die Bahn benötigt dringend Lokführer

In der umfangreichen Analyse über den Zustand der Deutschen Bahn war von „maroden Schienen, Verspätungen, Sicherheit und Schulden“ zu lesen. Der Nachfolger des zurückgetretenen Bahnchefs Grube müsse eine enorme Hypothek übernehmen und „überdies mit geballtem Volkszorn rechnen“.

Ein interessanter Bericht – insbesondere über die geplanten Investitionen in die Infrastruktur – aber leider mit einem erheblichen Manko: Eine primäre Ursache für Zugausfälle, Verspätungen und den hohen Krankenstand bei DB und privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen ist nämlich die viel zu dünne Personaldecke an Lokführern. Dies wurde in keinem Satz erwähnt. Laut Bundesagentur für Arbeit wird der Beruf „Triebfahrzeugführer/in“ seit Jahren als sogenannter Fachkräfte-„Mangelberuf“ geführt.

Eine Engpass-Analyse zeigt, dass Lokführer heute mindestens so dringend gesucht werden wie zum Beispiel Altenpfleger. Das mag auch an der erforderlichen Einsatzbereitschaft und gegebenenfalls an notwendigen Schichtdiensten liegen. Der Verdienst hingegen lässt sich sehen.

Die Gewerkschaft der Lokführer spricht von 800 bis 1000 Stellen, die bundesweit besetzt werden müssen. Bei der Deutschen Bahn haben 2016 rund 400 Schulabgänger eine Ausbildung zum Lokführer begonnen. Auch für arbeitssuchende Quereinsteiger bietet sich die Chance, in einer Umschulung/Weiterbildung in weniger als einem Jahr zum Lokführer ausgebildet zu werden. Diverse private Lokfahrschulen und einige Privatbahnen bilden auch in Niedersachsen seit einigen Jahren aus. Die Bildungsmaßnahmen werden in der Regel sogar von Jobcentern oder anderen bezahlt.

Die geburtenstarken Jahrgänge, die nun in Rente gehen und nur noch gelegentlich Modelleisenbahn fahren, müssen ersetzt werden. Lokführer war mal ein Traumberuf. Dieser Job kann wieder attraktiv werden, je weniger Wochenend-Einsätze für den Einzelnen erforderlich sind.

Manfred Koller

Lüdersfeld

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