Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Leserbriefe Die Menschen wollen keinen Täterschutz
Mehr Meinung Leserbriefe Die Menschen wollen keinen Täterschutz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:12 23.06.2018
Symbolbild Quelle: dpa

Man hat den Eindruck, Prozesse werden geführt, um auch ja kein Argument zugunsten eines Mörders zu vergessen.Die Opfer sind Nebensache. Aber für die Beurteilung einer Tat darf nur maßgeblich sein, was dem Opfer passiert ist. Wenn es tot ist oder ein kleines Mädchen vergewaltigt wurde, dann muss ohne Wenn und Aber darauf die Höchststrafe stehen.

"Völlig unerträglich"

Für das Opfer ist es egal, ob der Täter im Alkoholrausch war oder mit Drogen vollgedröhnt, ob er eine schlimme Jugend hatte, ob er aus einer fremden Kultur stammt, ob er minderjährig war ober ob er Rotz und Wasser vor Gericht heult. Völlig unerträglich ist auch der Fall, in dem ein inzwischen überführter Mädchenmörder noch heute frei herumläuft, nur weil er ein Fehlurteil von vor 30 Jahren in der Tasche hat. Das ist kein Rechtsstaat mehr. Und dann darf sich kein Verantwortlicher aus Politik und Justiz wundern, wenn wie jetzt in Polen dieses selbstherrliche Auftreten der Richter dem Volk auf den Senkel geht.

Es ist nötig, den Täterschutz durch einen Opferschutz zu ersetzen. Es darf nicht mehr heißen, im Zweifel für den Angeklagten, sondern im Zweifel für das Opfer.

Georg ReimannLauenau