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Leserbriefe Fachliche Mängel
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13:53 11.03.2018
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Als aufmerksamer Leser weiß man nun wirklich nicht mehr, was man zu diesem Geschehen sagen soll. Im Artikel der SN liest man von zu schwachen Stützen und nicht überprüften Techniken. Also die an diesem Projekt beteiligten Planer und Erbauer können es wirklich fachlich nicht mehr.

Nach meiner Auffassung sind keine zu schwachen Stützen eingebracht worden. Denn genau genommen waren das keine echten und tragfähigen Stützen. Denn nach Recherchen wurde hier „gestopfter“ Schotter eingebracht und vor Ort mit Zement vermörtelt. Hierzu gibt es zwei mögliche Varianten:

1. Die Stopfsäulen wurden nicht bis auf den tragfähigen Untergrund eingebracht. Diese „Säulen“ hingen quasi in der Luft und sollten durch Reibungswiderstand eine Tragfähigkeit erzeugen. Eine derartige Verfahrensweise ist aber nur fachlich richtig, wenn die Ausführung im gewachsenen Boden erfolgt und nicht im weichen Moorgrund.

2. Die Stopfsäulen doch bis auf den gewachsenen, standfesten Untergrund niederzubringen.

Leider, wie im Artikel vermerkt, ist der immense Schaden durch nicht überprüfte Techniken entstanden. Also fehlende fachliche Kenntnisse auch der Betontechnologie. Denn im aggressiven Moorwasser konnte keine Hydratation des eingebrachten Zements erfolgen. Es fand demnach kein beziehungsweise ein nur ungenügender Abbindeprozess statt. Die gestopften Schottersäulen konnten sich „auflösen“, und das verbliebene Schottermaterial verteilte sich in das weiche Umfeld im Moor. Damit ist keine mögliche Statik mehr vorhanden, wodurch die A20 zusammenbrechen musste.

Fazit: Die hier an der Planung und mit den Berechnungen für die Ausführung dieser Baumaßnahme im besagten Teilstück Beteiligten, so wie auch die an der fachlichen Bauaufsicht beteiligten Mitarbeiter des Bauamtes, müssen sich gefallen lassen, wenn nun die Menschen urteilen: „Sie können es einfach nicht.“

Von Helmut Schaare aus Apelern

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