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Familie als ein Ort der Zuflucht und des Schutzes

Zum Artikel „Vaters Staat“ vom 20. November Familie als ein Ort der Zuflucht und des Schutzes

Familiennachzug, ein Thema für viele, die sich daran profilieren (wollen). Aber auch ein Begriff mit vielen Aspekten, sozial, kulturell, religiös, finanziell, aber auch menschlich – und damit auch stark mit Gefühlen verbunden. Einige Menschen glauben, dass sie die Gefühle anderer Menschen bestens verstehen können, obwohl sie nie in der gleichen Situation waren. So scheint auch Frau Kelek die Flüchtlinge „bestens“ zu verstehen.

Für sie scheint der Familiennachzug, damit die Familie, ein Störfaktor für den, der Familiennachzug fordert, als auch für die Gesellschaft zu sein. Zudem wird das Thema gleich mit dem Islam, besser gesagt „Islamophobie“ verbunden, als ob alle Flüchtlinge Muslime wären.

Die Familie wird gleichzeitig auch im christlichen Sinne abgewertet. Die Familie ist aber – nach meinem Verständnis – ein Ort der Zuflucht, des Schutzes und der Geborgenheit; ein Ort, an dem der Mensch als ein soziales Individuum gesellschaftsfähig sozialisiert wird.

Aus vielen Untersuchungen wissen wir, dass eine intakte Familie das Individuum positiv beeinflusst. Diese Menschen leben länger, sind leistungsfähiger, haben ein geregeltes Leben, leiden weniger an Depressionen oder an anderen Erkrankungen und sind weniger suchtgefährdet.

Sie sind weniger krankgeschrieben und bleiben länger im Arbeitsverhältnis, um einige Punkte zu erwähnen. Die Familie ist also keine Last für die Gesellschaft, sondern ein Gewinn, auch im sozioökonomischen Sinne.

Über den Familiennachzug haben wir auch die Chance, die negativen Auswirkungen des demografischen Wandels zu neutralisieren. Familiennachzug bedeutet für uns auch, andere Kulturen kennenzulernen, er erweitert unsere Horizonte und erhöht unsere Chancen, uns soziokulturell weiterzuentwickeln.

Natürlich muss das Thema für die Gesellschaft transparent bleiben, geregelt und koordiniert ablaufen und tragbar bleiben. Die direkte Ablehnung des Familiennachzugs ist aber verantwortungslos und nur populistisch.

Niemand hat das Recht, mit falschen Angaben und Übertreibungen Ängste bei den Menschen zu schüren, um sich daran zu profilieren.

 Dr. Ali Ihsan Ünlü, Stadthagen

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