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Gasbohrung birgt auch Chancen

Zum Artikel „WIR fordert Klarheit zu Gasbohrungen“ vom 4. Februar Gasbohrung birgt auch Chancen

Die geplante Gasbohrung in Lauenhagen beunruhigt offensichtlich viele Menschen in der Umgebung. Die WIR-Fraktion im Stadthäger Rat hat „Klarheit“ gefordert. Diese Forderung ist unbedingt zu unterstützen, denn Chancen und Risiken dieses Projekts sollten klar und verständlich dargestellt werden.

Einerseits liegen die Chancen dieses Projekts darin, über einen längeren Zeitraum (20 bis 30 Jahre) einen Beitrag zur regionalen Erdgasversorgung zu leisten und natürlich auch zusätzliche Gewerbesteuer für die betroffenen Gemeinden einzubringen. Andererseits treten im Zusammenhang mit Erdgasbohrungen und Erdgasproduktion – wie in jedem anderen Produktionsbetrieb – betriebliche Risiken auf, die von erfahrenen Firmen durch ein entsprechendes Risikomanagement beherrscht werden.

Das von WIR angesprochene Erdbeben in der Nähe von Verden und aufgetretene Gebäudeschäden sind in Gebieten aufgetreten, in denen schon seit mehr als 40 Jahren Erdgas in großen Mengen gefördert wird. Im Gasproduktionsgebiet Elbe-Weser war die durchschnittliche Jahresproduktion etwa 10 Mrd. m³, das aus einer Tiefe von 4000 bis 7000 Meter gefördert wurde. Vergleichbare Bedingungen wird es in Lauenhagen nicht geben.

Dort soll Gas entlang der Kohleflöze gefördert werden. Die Schächte zum Kohleabbau wurden in den Fünfzigerjahren mit zum Teil fünf Meter Durchmesser bis in 556,73 Meter Tiefe vorangetrieben. Diese großen Schächte werden sicher eher zu Gebäudeschäden führen, als ein Bohrloch, das einen Durchmesser zwischen 15 bis 50 Zentimeter hat.

Erdgas ist der fossile Energieträger mit der geringsten Umweltbelastung und dem höchsten Wirkungsgrad und kann insbesondere dann zu einer Reduzierung der Umweltbelastung beitragen, wenn Kohle und Atomenergie dadurch ersetzt werden.

In Deutschland wurden zuletzt circa 100 Mrd. m³ Erdgas pro Jahr verbraucht, von denen nur noch 10 Prozent aus der heimischen Förderung stammen. Biogas mit großem Flächenbedarf und vergleichsweise geringer Produktionsmenge kann kein Ersatz sein. Um die Chancen, die im Lauenhagen-Projekt liegen, nicht zu verspielen, sollte eine Probebohrung durchgeführt werden, um daraus Daten zu gewinnen, die von Geologen und Geophysikern für eine fundierte Zukunftsprognose ausgewertet werden können.

Werner Schoch

Stadthagen

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