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Leserbriefe Grundschullehrer dürfen sich nicht beklagen
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20:50 21.12.2018

Auf wie viel Unverständnis diese Diskussion in der Bevölkerung stoßen muss, kann ich nur erahnen.

Seit der Schröder-Regierung arbeiten niedersächsische Beamte 40 Stunden in der Woche. Bei Angestellten beträgt die Wochenarbeitszeit 38,5 Stunden. Von den Beschäftigten im Pflegedienst und in den Krankenhäusern möchte ich erst gar nicht sprechen. Was für eine Ungerechtigkeit allen Normalverdienern gegenüber, die sich tagtäglich abrackern und mindestens 12 Stunden die Woche mehr Arbeitsstunden ableisten müssen bei einem Urlaubsanspruch von 28 – 30 Tagen im Jahr.

Ich habe nachgezählt: Im Jahr 2019 hat jeder niedersächsische Lehrer 57 Urlaubstage durch die Ferienzeiten. Klar müssen auch Elternsprechtage abgehalten werden, oder Klassenarbeiten korrigiert werden, aber das reicht bei Weitem nicht an das Pensum eines Otto-Normal-Verdieners. Dazu kommt, dass die vorgeschriebenen Fortbildungsmaßnahmen grundsätzlich nicht in die Ferienzeiten fallen, sondern immer zu Unterrichtsausfall führen. Clever gemacht. Bei manchen angestellten Lehrern wird zwar vor den großen Ferien eine Kündigung ausgesprochen und nach den Ferien erfolgt eine Wiedereinstellung, aber sorgt das für mehr Gleichheit? Auf die Frage: „Arbeiten Lehrer zu wenig?“ kann es meiner Ansicht nach nur eine mögliche Antwort geben!

Claudia von Ditfurth-Siefken

Rinteln