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Jugendpark ist nicht bedürftig

Zum Artikel „14000 Euro für den guten Zweck“ vom 24. Juni. Jugendpark ist nicht bedürftig

Sie berichten über die Verwendung einer 1981 von Herrn Max Ziegler für Bedürftige der Gemeinde Nenndorf hinterlassenen Spende. Hierbei wird leider einmal mehr deutlich, wie lässig öffentliche Stellen mit dem ihnen anvertrauten Geld umgehen.

Es wird der vom Erblasser vorgegebene Verwendungszweck „für Bedürftige“ schlicht ignoriert und das Geld zur Mitfinanzierung des Jugendparks eingesetzt. Hier kann man kaum eine Bedürftigkeit annehmen. Ich würde sogar soweit gehen und von Veruntreuung sprechen. Der Uhrmachermeister Max Ziegler hat diese dem Staat für „Bedürftige“ hinterlassene Summe mühsam verdient. Es war ihm also wichtig, auch nach seinem Tod noch Gutes tun zu können.

 Inzwischen bringt der Fonds aufgrund der Minus-Zins-Situation keinen Ertrag und seine buchhalterische Verwaltung macht Arbeit, sagt die Stadt. Inwiefern hier Arbeit anfällt, kann ich nicht erkennen, da das Guthaben ja nicht bewegt wird.

 

 Der jetzt vom Verwaltungsausschuss beschlossene Einsatz dieser gespendeten Mittel im Rahmen der Finanzierung eines offenbar dringend erforderlichen Bewegungsparks verhöhnt den Spender. Und diese Summe stellt jawohl ein Trinkgeld dar, wenn man überlegt, wie teuer dieser Jugendpark tatsächlich werden wird.

 Der Vorschlag des Herrn Lutz, im Jugendpark eine kleine Uhr als Erinnerung an den großzügigen Geber zu installieren, setzt dem Ganzen die Krone auf. Ein weiterer Missgriff. Gibt es eigentlich keine amtliche Stelle, die derartige Guthaben und deren ordnungsgemäße Verwendung sicherstellt und kontrolliert ?

 Bestimmt hätte sich für die zweckgebundenen Mittel, und zwar schon innerhalb der vergangenen Jahrzehnte, mühelos ein wirklich bedürftiger Empfänger finden lassen. Eventuell wurde der Ziegler-Fonds schlicht vergessen?

 Für den Leser ist daraus vor allem die Lehre zu ziehen, niemals eine Summe, die wir einem wohltätigen Zweck zuführen wollen, in welcher Größenordnung auch immer, einer Kommune anzuvertrauen.

Dorit Kosian

Bad Nenndorf

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