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Leserbriefe Neue „alte“ Ideen zur Energieversorgung
Mehr Meinung Leserbriefe Neue „alte“ Ideen zur Energieversorgung
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19:39 16.03.2019
Symbolbild Quelle: Archiv

Dass die Jugend gegen die Folgen der Klimaveränderung protestiert, die hauptsächlich sie und die folgenden Generationen belasten werden, ist berechtigt. Nur, sie sollte gleichzeitig bereit sein, entsprechende Gegenmaßnahmen zu präsentieren oder zu befürworten.

Keiner kann erwarten, dass 16- bis 18-jährige Schüler über das Wissen oder die Erfahrung verfügen, um eigene, wirksame Vorschläge zu präsentieren. Und hier sollten sie eine Allianz mit dem Teil der älteren Generationen eingehen, die ebenfalls über Lösungen nachdenkt.

In Deutschland sind 40 Milliarden Euro vorgesehen, um die Folgen des (Braun)Kohleausstiegs auszugleichen, und das zu einem Zeitpunkt, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen sein wird. Die riesigen, noch brauchbaren Bagger werden verschrottet, die Kohle-Kraftwerke demoliert, riesige Gruben verschandeln die Landschaft. Wie verhält sich, klimatisch und feuertechnisch, die noch offen liegende Braunkohle?

Vielleicht werden diese Gruben renaturalisiert, als Seen oder Wald, aber die Unwägbarkeiten bleiben: Wird Deutschland, auch in der Zukunft, über genug Energie verfügen? Wie kommt der winderzeugte Strom in den Süden, sogar auf einer zweiten Trasse, obwohl es bereits gegen die erste massiven Widerstand gibt? Wenn die Windindustrie sich weiterhin darauf versteift, nur die gegenwärtigen, mickrigen Rotoren zu bauen und aufzustellen, werden die nächsten Generationen ihr blaues Wunder erleben.

Aber es gibt Lösungen, die vielleicht helfen könnten aus dieser Zwickmühle herauszukommen. Eine davon heißt „Die Kattara Utopie“. Wenn die darin enthaltenen Lösungen und Vorschläge technisch machbar sein sollten, würden mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Wir könnten die noch brauchbaren Kohlekraftwerke vorübergehend auf Gasbetrieb umstellen, den Solar/äolisch produzierten Strom in Wasserstoff/Sauerstoff umwandeln und für den Transport die bereits vorhandenen Leitungen nutzen.

Die Bagger der Kohlegruben, samt Personal, könnten die entsprechende Verbindung zwischen dem Mittelmeer und der Kattara-Senke in Ägypten ausgraben. Wir würden Teile der Sahara begrünen und unter anderem riesige, seichte Teile mit Seegras-Prärien bedecken. Um den Salzgehalt konstant zu halten, würden wir große Mengen an Salz entnehmen müssen, welches helfen kann, den thermohalinen Haushalt im Nordmeer auszugleichen wenn die Eisschmelze am nördlichen Polarkreis zunimmt und wir nicht auf die Heizungsfunktion des Golfstroms verzichten wollen.

Die immer dramatischer werdende Wasserproblematik im Nilbecken könnte gelöst werden. Wir würden Afrikanern eine Zukunft in ihrer Heimat geben, anstatt sie zu zwingen, eines Tages millionenfach nach Norden gehen zu müssen. Wir würden einen nicht-ausbeuterischen Fuß in diesen Kontinent setzen. Eine Aufgabe für die gesamte EU, die zur Realisierung kein Geld liefern würde, sondern Planung, technisches Wissen, Geräte und Fachkräfte.

Nur, wer überprüft diese Vorschläge, die seit über 30 Jahren herumgeistern?

Dr. Antonio MascoloBückeburg