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Leserbriefe Ohne Tierheim gäbe es viele Probleme
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13:44 05.08.2016

In einem der Nachbarhäuser wohnte eine ältere Frau mit ihrer Ziege, einem Hund, Hühner und sehr vielen Katzen, um die sie sich mehr schlecht als recht kümmerte. Heute nennt man das Animal Hording. Keines der Tiere war kastriert, und so vermehrten sie sich eifrig und verwahrlosten.
Während Hund, Ziege und Hühner weitestgehend zuhause blieben, erklärten die Katzen auch die Grundstücke der Nachbarschaft zu ihrem Eigentum. Zeitweise nahmen in der Nacht das Jammern der Kater und auch manche Kampfgeräusche kein Ende. Besonders Treppenaufgänge und bestimmte Stellen im Garten rochen in diesen Zeiten sehr streng.
Die Stadt verwies uns an das Tierheim, und wir alle waren froh, als sich dieses einschaltete und die Katzen einfing, kastrierte und für sie sorgte. Obwohl es gerade uns sehr geholfen hat, kam keiner der Anlieger auf die Idee, die Aktion finanziell zu unterstützen. Auch ich glaubte damals allen Ernstes, dass Tierheim und Mitarbeiter von den Kommunen beziehungsweise von unseren Steuergeldern unterhalten werden.
Heute weiß ich es besser. Die Kommunen finanzieren nur die Kosten für Fundtiere. Gelder für Tiere wie oben beschrieben müssen anderweitig besorgt werden. Sicher, die Tierschützer haben bei ihrer Arbeit nur das Wohl der Tiere im Auge (und das ist auch gut so), aber wir Anderen profitieren hiervon erheblich.
Also: Die Sache geht uns doch alle an, und wir sollten nicht ein paar wenige mit dieser wichtigen Aufgabe alleine lassen. Spenden wir doch ein Euro, und – wer kann – auch mehr. Denn: Gibt es kein Tierheim mehr, haben wir ein neues Problem, dessen Auswirkung wir im Moment nicht einschätzen können. Und: Sind nicht auch Tiere schutzbedürftig und schützenswert?
Gabriele Wichura
Obernkirchen