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Parteitaktische Spielchen

Zum Artikel „Mission Landratswahl" vom 26. August. Parteitaktische Spielchen

Der Hingucker „In der Union legt man Wert auf die Feststellung, dass es durchaus geeignete eigene Kandidaten gäbe“ hat mich neugierig gemacht, was sich denn hinter dieser Überschrift verbergen möge.

Das, was ich dann zu lesen bekam, hat mich mehr als nur erstaunt. Zuerst finde ich es befremdlich, dass ein politisch so bedeutendes Amt wie das des Landrats Gegenstand von parteitaktischen Spielchen wird. Mag sein, dass meine Haltung in diesem Punkt ein wenig blauäugig ist, aber ich vertraue naiverweise ab und zu noch auf das, was die verantwortlichen Politiker in Ihren Sonntagsreden immer wieder betonen: Der einzige Souverän ist der Bürger/Wähler.

 Wenn ich dann in meine Überlegungen noch mit einbeziehe, dass die agierenden Politiker – Herr Balz, Herr Drewes und Herr Feuerbach sind in dem betreffenden Artikel als Fürsprecher der weiter unten beschriebenen Vorgehensweise namentlich genannt worden – für sich beanspruchen, zum Teil sogar einen Eid darauf geschworen haben, dass sich ihr politisches Handeln stets am Wohle des Staates/Volkes/Bürger orientiert, erkenne ich einen deutlichen Widerspruch zwischen dem gesprochenen Wort und der tatsächlichen Handlungsweise.

Herr Balz, Herr Drewes und Herr Feuerbach: Ist Ihre offensichtlich bevorzugte Vorgehensweise, bei der nächsten Landratswahl keinen eigenen (CDU-)Kandidaten aufzustellen, eine Entscheidung im Interesse des wählenden Souveräns oder der Partei? Sehen Sie nicht, dass Sie durch Ihre Absicht, keinen Kandidaten zu stellen, den Wähler in seiner Wahlfreiheit zwecks nicht vorhandener Alternative deutlich einschränken?

 Glauben Sie etwa nicht, dass der Wähler selber beurteilen kann, ob der bisherige Amtsinhaber aufgrund seiner Leistungen wiedergewählt werden soll oder ein anderer Bewerber das Vertrauen des Wählers erhalten soll? Was wollen Sie mit dem Hinweis, dass die CDU durchaus geeignete Kandidaten ins Rennen schicken könnte, geradebiegen?

 Sie gehen vermutlich auch hier davon aus, dass der Wähler nicht in der Lage ist, sich in diesem Punkt eine eigene Meinung zu bilden. Welches Demokratieverständnis haben Sie, um auf solche Gedanken zu kommen? Abschließend noch eine Bitte an alle Balz‘, Drewes und Feuerbachs dieser Welt: Stellen Sie bitte nie wieder öffentlich die Frage nach der Politikverdrossenheit der Wähler/Bürger.

Karl Sochor

Wölpinghausen

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