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Leserbriefe Pflegenotstand in allen Bereichen
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13:53 19.02.2018
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Wie möchte jeder Einzelne von uns gepflegt, versorgt werden, wenn es einmal notwendig sein sollte? Was erwarten wir dann? Selbstverständlich freundliche Zuwendung, ausgeruhte Ärzte, die unsere Sprache sprechen, die ein älterer Mensch verstehen kann. Ausreichend Zeit der Pflegeperson, die uns während der Versorgung mit aufmunternden Worten motiviert. Sachgerechte Versorgung in der Ausführung der eventuell medizinisch notwendigen Maßnahmen, unter Einhaltung der erforderlichen vorgeschriebenen Hygiene (Desinfektion), die das Pflegepersonal mit dem nötigen Eigenschutz zeitnah ausführen können muss.

 Der Markt ist leer gefegt? Es gibt das fachlich gut ausgebildete Personal, das nach wenigen Berufsjahren emotional ernüchtert, körperlich ausgelaugt, überarbeitet und desillusioniert aus einem mit Überstunden gepflasterten Berufsalltag ausgestiegen ist.

 Holt diese „Schläfer“ zurück. Gebt den Pflegefachberufen endlich die gesellschaftliche Anerkennung, die sie aufgrund ihrer Ausbildung und fachlichen Kompetenz verdienen. Pflegepersonal ist keine Hilfskraft, sondern ein medizinisch ausgebildeter ärztlicher Fachpartner. Schafft Arbeitsbedingungen, bei denen die notwendigen Pausen und die gesetzlich vereinbarten Arbeitszeiten auch eingehalten werden können.

 Gebt Auszubildenden das Recht auf Ausbildung, die Möglichkeit diese Berufe zu erlernen, sich zu erproben und nicht als Lückenbüßer (ohne Entscheidungskompetenz) eingesetzt zu werden, weil das erforderliche Personal fehlt, erschöpft oder selber krank ist. Erleichtert pflegezeitraubende Dokumentationen. Die durch körperlich anstrengende Arbeit angemessene, verdiente Bezahlung sollte selbstverständlich sein und nicht ständig gewerkschaftlich eingefordert werden müssen.

 Wir leben nicht mehr im Mittelalter. Für Gotteslohn kann keine Pflegefachkraft ihren Lebensunterhalt finanzieren. Pflegeheime sollten nicht daran gemessen werden, wie sie durch Steigerung der Gewinnmaximierung des Anbieters punkten, sondern durch die entsprechende, aussagekräftige, unangemeldete, überprüfbare Qualität ihrer Pflege.

Monika Hoffmann

Helpsen

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