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Leserbriefe Totentanz im Stadion: Verhalten der „Ultras“ ist unwürdig
Mehr Meinung Leserbriefe Totentanz im Stadion: Verhalten der „Ultras“ ist unwürdig
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23:35 02.03.2018

Die Mannschaft wurde von den Fans, namentlich von den „Ultras“ in der Nordkurve, im Stich gelassen. Von denen, die sich die treuesten Fans nennen: keine Anfeuerung, keine Gesänge, kein Beifall. Stille. Nur ab und zu durch die unerträglichen „Kind muss raus“-Rufe unterbrochen. Ein Armutszeugnis. Ein unhaltbarer Zustand: Der Gästeblock ist lauter als 40000 Hannoveraner. Die Fans der Gastmannschaft lachen sich kaputt.

 Jungs und Männer der „Ultras“: Ihr seid die Initialzündung im Stadion, von euch muss der Funke überspringen. Von Kindern, Eltern, Großeltern im Osten, Süden und Westen ist das nicht unbedingt zu erwarten. Im Gegenteil: Die erwarten, dass sie mitgehen, mitsingen, sich mitfreuen können. Da seid ihr „Ultras“ die Vorbilder in Sachen Stimmung.

 Wie soll ich meinen Kindern erklären, warum sogenannte eingefleischte Fangruppen schweigen? Weil ihr mit der Vereinsführung seit Jahren im Clinch liegt und keine Seite zurückrudern will, um Gesicht und Glaubwürdigkeit nicht zu verlieren? Auf Kosten von Mannschaft und Zuschauern?

 Das Verhalten ist einfach unwürdig. Viele verstehen euren Unmut und haben ebenfalls Bedenken. Eure Meinung und der Protest sind wichtig. Protestbanner vorm Spiel sind in Ordnung. Allerdings: Wenn die Mannschaft einläuft, muss der Zwist für die Spieldauer ruhen. Tragt euren Händel mit der Vereinsführung auf der Straße, in den Zeitungen, vor der Geschäftsstelle aus. Aber hadert nicht im Stadion.

 Ohne eure Anfeuerung ist im Stadion „Totentanz“. Ein echter Boykott wäre, nicht ins Stadion zu gehen oder keine Karten mehr zu erwerben. Ins Stadion zu gehen und zu schweigen, ist erbärmlich und einfallslos. „Niemals allein“ ist doch die Losung. Ihr „Ultras“ tretet sie mit Füßen!

Ulrich Sauermann

Bückeburg