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Übertriebener Rummel um einen kirchlichen Mitarbeiter

Zum Artikel „Diakon geht, Pastor kommt“ vom 6. Januar Übertriebener Rummel um einen kirchlichen Mitarbeiter

Glückwünsche allen Beteiligten für die tolle in Wort und Bild medial initiierte Spendenkampagne auf immerhin einer dreiviertel SN-Zeitungsseite für einen kirchlichen Mitarbeiter. Dieses Ausmaß in einer so allgemeinen Personalangelegenheit hat schon Seltenheitswert.

Zugespitzt könnte man das auch als eine Art „Personenkult“ bezeichnen. In gewissen beruflichen Positionen ist jeder Mitarbeiter ersetzbar; jedenfalls aus meiner beruflichen Erfahrung in der freien Wirtschaft.

Die seinerzeitige Berichterstattung in den SN über die Betriebsschließung der Fränkischen Rohrwerke in Bückeburg, wodurch viele Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren, erfolgte im Vergleich in einem bescheideneren Ausmaß in der Zeitung.

Die Wirtschaft brummt, die Steuern sprudeln und damit wohl auch die Kirchensteuereinnahmen samt Auffüllung der meines Erachtens bereits üppig vorhandenen finanziellen Rücklagen aus der Vergangenheit.

Ist die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe trotzdem finanziell schon so angespannt, dass sie einen für die Kirchengemeinde angeblich unabkömmlichen Mitarbeiter nicht finanziell unterstützen beziehungsweise die erforderlichen Beträge für nur sechs Monate nicht übernehmen kann?

In der Welt und auch im Landkreis Schaumburg gibt es immer noch viel Leid, Not und Elend – auch im Verborgenen. Ich erinnere unter anderem nur an die zum Teil erschütternden Berichte über Not und Schicksale von Menschen in Verbindung mit der Aktion „Weihnachtshilfe“ der SN. Ist es aus dieser Perspektive wirklich angebracht, dass mit Befürwortung der Kirche diese Geld-Sammelaktion praktiziert wird?

Hoffentlich gibt es nicht noch finanzielle Begehrlichkeiten dieser Art von anderen Personen. Wie denken wohl junge Menschen und Familien in einer gleichen beruflichen Situation über diesen Bericht?

Es wäre einmal interessant zu erfahren, ob sich der junge Mann bei dem meines Erachtens ein wenig übertriebenen Rummel über seine Person noch wohlfühlt. Man will ihm eine berufliche Perspektive geben, was sehr zu begrüßen ist. Was passiert eigentlich nach Beendigung der Geldsammelaktion?

Glücklicherweise gib es zurzeit in der Bundesrepublik so viele Jobs wie noch nie zuvor. Gerade in mehr oder weniger künstlerischen sowie sozialen Berufsfeldern wäre es für die weitere berufliche Entwicklung eines jungen Menschen sehr positiv, den beruflichen Horizont einmal in einer größeren Stadt oder sozialen Organisation zu erweitern.

Dazu braucht man natürlich auch ein bisschen Eigeninitiative.

Knut Brandt

Ahnsen

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