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Leserbriefe Versprechen gehen im Kraut unter
Mehr Meinung Leserbriefe Versprechen gehen im Kraut unter
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14:19 21.10.2017
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Wir sind vor vier Jahren zurückgekehrt nach Stadthagen und waren und sind glücklich in der Altstadt – in der es gegen Ende des 16. Jahrhunderts 300 Häuser gab, von denen 154 das Braurecht besaßen – in der Krummen Straße eine Wohnung gefunden zu haben. Vor dem historischen Hintergrund gerade der Altstadt innerhalb der Wallanlage, ist es umso bedauerlicher, dass in Bezug auf den nördlichen Teil der Altstadt immer von einem Problemviertel gesprochen wird. Unter Problemviertel verstehen die meisten Bürger ein Viertel, in dem es Randale, Verbrechen et cetera gibt. Davon kann hier ja in keinem Fall die Rede sein.

In dem nördlichen Teil der Altstadt geht nichts voran, die Beleuchtung des Stadtturmes am Viehmarkt ist bereits seit neun Monaten defekt. Leicht kann man das Gefühl bekommen, dass dieser Bereich bewusst benachteiligt und schlecht geredet wird. Gründe dafür erschließen sich uns allerdings nicht. Vor vier Jahren, als wir hier einzogen, war es bereits Thema, dass die alten Häuser der Krummen Straße, die sich im Besitz der Stadt befinden, restauriert und saniert werden sollen. Nichts ist geschehen, außer dass Geld für Gutachten, Architekten und Gefahrenabwehr (Dachsicherungen) ausgegeben wurde. Der Beet-Streifen an der Krummen Straße verkrautet immer mehr. Die Versprechungen der Stadtverwaltung gehen im Kraut unter, obwohl sie ebenso schnell gegeben werden, wie das Kraut wächst.

Die Bezeichnung Problemviertel der nördlichen Altstadt ist für die Anwohner, die sich um Ordnung und Instandhaltung ihrer Bereiche bemühen, eine schallende Ohrfeige und stellt für die Anwohner schon fast eine Diskriminierung dar, die dann selbstverständlich auch für die Geschäfte zum Problem wird.

Wenn man liest, dass sich die Grundstücke des Gewerbegebietes gut verkauft haben, stellt sich dann die Frage, warum sich dann nicht an irgendeiner Stelle in der Stadt erkennen lässt, dass es vorangeht. Anstatt über die Neugestaltung des Marktplatzes nachzudenken, wäre es doch sicherlich sinnvoller, erst das weitere Umfeld in Ordnung zu bringen. Mehrfach waren die Beete und Grünanlagen der Stadt in verschiedenen Artikeln schon Thema.

Es nützt nichts, die Flächen einmal im Jahr neu zu bepflanzen, wenn sie dann sich selbst überlassen und nicht weiter gepflegt werden. Für die Erhaltung und Neuansiedlung von Geschäften braucht es ein schlüssiges Konzept und Mieten, die den Geschäftsleuten nicht die Grundlage entziehen. Hier sind vor allem die Stadt und das Stadtmarketing gefordert, für eine gesunde Basis zu sorgen. Die historischen Wurzeln unserer Stadt schreien geradezu nach einer touristischen Vermarktung, und dann können wir Bückeburg vielleicht wieder einholen.

Bernd Benno und Siglinde Kliemke

Stadthagen

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