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Leserbriefe Wolfpopulation begrenzen
Mehr Meinung Leserbriefe Wolfpopulation begrenzen
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10:46 15.02.2019
Symbolbild Quelle: dpa

Dies ist bestätigt durch die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) mit Stand vom 26. November 2018. Geht man von einer durchschnittlichen Rudelstärke von vier bis acht Tieren aus, ergibt sich für Deutschland eine Wolfspopulation von rund 500 Tieren.

Bereits jetzt scheint es gemäß der DPA zu illegalen Tötungen zu kommen. Die Zahl wird mit bis zu acht Tieren beziffert. Ist das ein Indiz für den Hass auf den Wolf? Andere europäische Länder machen uns vor, wie ein Leben mit dem Wolf funktioniert. So leben beispielsweise in Italien etwa 800 Wölfe (Quelle CHWolf 2016) In Schweden und Norwegen zusammen leben rund 400 Tiere. In der Spiegel Ausgabe 10/2018 wird deutlich, dass die Skandinavier sowohl Schutz- als auch Lizenzjagden durchführen, um einen günstigen Erhaltungszustand zu erreichen. Hier zeigt sich eindeutig ein „Wolfsmanagement“ der Skandinavier, welches sich in Deutschland vermissen lässt.

Der Vergleich hinkt

Vergleicht man die skandinavischen Zahlen am Beispiel Schweden mit Deutschland, so stellt sich heraus, dass es in Schweden 23 Menschen pro Quadratkilometer und einen Wolf auf 1500 Quadratkilometern gibt, in Deutschland aber circa 232 Menschen auf einen Quadratkilometer und ein Wolf auf 715 Quadratkilometer kommen. Dieser Vergleich hinkt allerdings, da man das Verhältnis der Besiedlungsdichte des Menschen in das Verhältnis zu der Wolfsdichte setzen müsste. Die Bevölkerungsdichte in Deutschland ist demnach fast zehnmal so hoch wie die in Schweden, die Wolfsdichte mehr als doppelt so hoch. Können wir diese Dichte aufgrund der Übergriffe der Vergangenheit auf unsere Tiere noch vertragen? Die Skandinavier lassen eine solch hohe Wolfdichte bei geringer Einwohnerzahl nicht zu.

Wie dicht kann der Wolf mit dem Menschen zusammenleben? All diese Fragen müssten im Rahmen eines „Wolfsmanagement“ geklärt werden. Letzte Berichte zeigen, wie nah der Wolf ist. Übergriffe sind keine Einzelfälle mehr. Oft werden Hunde nach DNA-Analyse als Grund für die Risse ausgemacht. Waren es aber dennoch Wölfe? Die polnisch-britische Biologin Molgorzataa Pilot hat mit ihrem Team Erbinformationen von Wölfen in Europa und Asien untersucht. Das Ergebnis: Rund 62 Prozent aller Wölfe in Europa sind Wolf-Hund-Hybriden, die genetische Informationen von Hunden in sich tragen. Dieses Genmaterial haben sie von Hunden geerbt, und zwar nicht vor der Domestizierung, sondern erst durch spätere Vermischung der beiden Verwandten. Damit lässt sich keine klare Abgrenzung mehr ziehen und Übergriffe werden schnell wildernden Hunden zugeschrieben.

Werden wir künftig nichts unternehmen, um die Wolfpopulation für Deutschland erträglich zu machen, wird der Mensch nicht mit dem Wolf zusammenleben können. Lasst uns die Skandinavier als Beispiel nehmen und dem Wolf eine Chance geben, mit uns zu leben. Dafür müssen und haben wir die Pflicht ihm und uns gerecht zu werden und die Zahlen der Wolfpopulation für einen gemeinsamen Lebensraum zu begrenzen.

Jens Bredthauer, Hagenburg