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Reisebericht Auf den Spuren der Biobauern in Süditalien
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15:46 11.12.2017
Dario Brucculeri (links), Produzent von Demeter-Trauben, und Lisa Erdmenger freuen sich über die vollen Reben. Quelle: Alfred Thier
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Die Reise für die 32-Jährige und weitere Ladenbesitzer sowie Biobauern aus ganz Deutschland sollte nach Süditalien, besser gesagt nach Kalabrien und auf die Insel Sizilien führen. „Seit etwa zehn Jahren werden wir aus dieser Region mit Zitrusfrüchten, Steinobst, Weintrauben, Brokkoli und vielen weiteren Leckereien beliefert.“, erzählt die junge Frau.

Eine ganz wunderbare Erfahrung, erinnert sich Lisa, war die eigenhändige Traubenlese. „Der italienische Produzent Dario Brucculeri hatte extra die fast schon überreifen Trauben noch an den Reben hängen lassen, damit wir sie ernten können. Danach ging es in die Weiterverarbeitung und in die Packstation, wo wir ebenfalls ordentlich mithelfen durften. Wir haben quasi den gesamten Produktionslauf miterleben dürfen. So habe ich zum Beispiel auch erfahren, dass Weintrauben einen Sonnenbrand bekommen können. Dem süßen und leckeren Geschmack tut das aber wenig.“

Alle Betriebe, die in Italien besucht wurden, sind Mitglieder im Naturland- oder Demeterverband. Letzterer ist der älteste Bioverband in Deutschland. Schon seit 1924 bewirtschaften Demeter-Landwirte ihre Felder biodynamisch. Das heißt, sie sind im Besitz eigener Tiere, die für den „hauseigenen“ Dünger sorgen. Aufgrund dieser lebendigen Kreislaufwirtschaft gilt die Demeter-Landwirtschaft als nachhaltigste Form der Landbewirtschaftung und geht weit über die Vorgaben der EU-Öko-Verordnung hinaus.

Die Tour führte die kleine Reisegruppe auch zu der Erzeugergemeinschaft L´arcobaleno, die aus mehreren Landwirten besteht. Diese haben sich bewusst dazu entschieden ihre Felder mit alten Techniken und Traditionen zu bewirtschaften im Bewusstsein, die Gesundheit der Verbraucher und die Umwelt zu schützen. Durch das warme Klima, die geringe Feuchtigkeit und dem Wind auf Sizilien bekommen die Orangen ihren ganz besonderen Geschmack. „Und die Schimmelpilze und Ungeziefer haben sehr wenig Chancen sich niederzulassen, da sie gleich weggeweht werden. Ein natürlicheres Mittel gegen Schädlinge als den Wind gibt es nicht.“, freut sich Lisa.

„Wunderschön waren auch die geselligen Zusammenkünfte“, berichtet Lisa. Dabei erinnert sie sich an eine Begebenheit besonders gerne zurück: „In einer kleinen Halle, in der an Sortiermaschinen gearbeitet wurde, war ein „kleines“ Buffet aufgebaut und als wir dort ankamen, ruhte die Arbeit sofort und wir aßen alle gemeinsam. Und selbst die kleine Sprachbarriere wurde mit Händen und Füßen schnell überwunden.“

„Eine aufregende Reise, die mit Sicherheit ihre Wiederholung finden wird“, resümiert Lisa Erdmenger.

Info

Das Gänseblümchen in der Erlengrundstraße 3a bietet seinen Kunden ein breites und abwechslungsreiches Sortiment an Naturkostwaren. Dabei legt Inhaberin Sabine Erdmenger sehr großen Wert auf regionale Erzeugnisse. So gibt es zum Beispiel täglich frische Backwaren von der Bio-Vollkornbäckerei Wilke aus Niedernwöhren. Eine große Auswahl an Bioweinen und Feinkost wie Antipasti, Käse oder Wurst, frisch aus der Theke, runden das umfangreiche Angebot ab. Nach dem Einkauf bietet der Naturkostladen im Bistro Kaffee, Tee, Kuchen, belegte Brötchen, Antipasti-Teller und weitere Spezialitäten an. Rundum also ein abwechslungsreiches Einkaufen in entspannter Umgebung.

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