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Aber die Behinderung ist Realität

Zum Bericht „Bußgeld trotz Behindertenausweis“ vom 21. März. Aber die Behinderung ist Realität

Völlig fassungslos habe ich Ihren Bericht über das Verwarngeld für das Ehepaar Simon gelesen. Leider scheint es nach wie vor typisch deutsch zu sein, dass die Erfüllung von Paragraphen oberste Priorität hat; die Behinderung und die daraus erwachsenden Schwierigkeiten, den Alltag zu bewältigen, verkommen zur Nebensächlichkeit.

Schon die zitierte Begründung des Verwarngeldes ist falsch: Die Simons haben keinen Sonderparkplatz blockiert, sie haben ihn aufgrund einer schweren Behinderung berechtigterweise benutzt!

 Wenn man sich seitens der Stadtverwaltung hinter Paragraphen versteckt und in diesem Zusammenhang auch noch behauptet, bürgerfreundlich zu sein, so ist dies einfach nur beschämend. Es kann und darf hier nicht um die Unfehlbarkeit von Verwaltungsmitarbeitern, Rückendeckung durch einen Vorgesetzten oder wie auch immer gearteten unverhältnismäßigen Aufwand gehen.

 Für eine wirklich bürgerfreundliche Stadtverwaltung darf es nur ein Ziel geben, nämlich schwerbehinderten Mitbürgern das Leben in unserer Mitte so leicht wie möglich zu machen. Und was den Aufwand betrifft: Eine formlose Entschuldigung und die Einstellung des Verfahrens lassen sich schnell abwickeln und sind kostenlos. Dies hätte bei Vorlage des Ausweises in der Verwaltung umgehend geschehen müssen. Anderes Verhalten empfinde ich als unsozial.

Hans-Harald Neuber
Obernkirchen

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