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Beim Bau auf Klimaneutralität achten

Zu dem Bericht „Die 150-Millionen-Euro-Frage“. Beim Bau auf Klimaneutralität achten

Noch ist es nicht sicher, ob das „Medizin-Tempel-Projekt“ auf dem Harms-Gelände in Bad Nenndorf wirklich kommen wird. Aber in den Gesprächen der Stadt mit den Investoren sollte rechtzeitig dafür geworben werden, diese Gelegenheit für ein Leuchtturmprojekt zur Energiewende zu nutzen.

 Damit könnten sich sowohl die Investoren als auch die Stadt als innovativ und zukunftsfähig präsentieren.

 Die von den Investoren angekündigte Idee, die Häuser mit Spezialfolien zur Energiege-winnung und als Hitzeschutz zu überspannen, mutet eher wie eine exotische Idee an.
 Generelles Ziel sollte es sein, das Projekt klimaneutral zu realisieren. Zunächst müssten dazu die Gebäude besonders energieeffizient gebaut werden, am besten im Passivhausstandard. Dieser basiert auf seit mehr als 20 Jahren bewährten Konzepten und Planungsinstrumenten, die kostengünstig höchsten Wärme- und Lüftungskomfort im Sommer wie im Winter mit Wirtschaftlichkeit verbinden. In anderen Regionen, wie zum Beispiel schon nebenan in Hannover, ist dieser Standard seit Jahren bekannt. Er hat sich bereits in Hunderten Projekten aller Art bewährt. Schaumburg hängt hier noch total zurück und könnte mit so einem Projekt aufschließen. Zu beachten ist, dass eine EU-Richtlinie ohnehin ab 2020 im Neubau den „Fast-Nullenergie-Standard“ fordert.

 Die Deckung des Strom- und Wärmebedarfs sollte sodann so konzipiert werden, dass möglichst viel des Energiebedarfs am Gebäude selbst aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird, wie zum Beispiel durch Photovoltaik, durch Nutzung oberflächennaher Geothermie, durch ein Blockheizkraftwerk zur gemeinsamen Strom- und Wärmeerzeugung auf Basis von Biogas.

 Klimaneutrale Projekte dieser Art wurden bereits woanders mit Erfolg realisiert. Ein derartiges Konzept in Bad Nenndorf könnte ein mächtiges Signal setzen, wie die Energiewende hin zu einer vollständigen Versorgung aus erneuerbaren Energiequellen hier vor Ort konkret realisiert werden kann.
Manfred Görg, Soldorf
Vors. BürgerEnergieWende Schaumburg e. V.

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