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Das ist zu einfach, Herr Rogge!

Zum Artikel „Rogge: Verdi übertreibt maximal“ vom 23. Juni. Das ist zu einfach, Herr Rogge!

Herr Rogge macht es sich zu einfach. Als Krankenhausmanager weiß er: Für Patienten steigt das Sterberisiko mit zunehmender Auslastung ohne Personalanpassung signifikant an.

Zuletzt hat das die Expertenstudie „Stress on the Ward: Evidence of Safety Tipping Points in Hospitals“ gezeigt. Die Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Auslastung und Todesfällen in 83 deutschen Krankenhäusern. Ab einer Auslastung von 92,5 Prozent steigt die Wahrscheinlichkeit, im Krankenhaus zu sterben, stark an. Die Wissenschaftler betonen, dass jeder siebte Sterbefall hätte vermieden werden können, wenn die Patienten nicht einer solch hohen Auslastung ausgesetzt gewesen wären.
Die Autoren der Studie führen das Ergebnis darauf zurück, dass Krankenhausabteilungen personell auf Basis einer durchschnittlichen Auslastung ausgestattet sind. Wird die überschritten, führt dies zu einem nachhaltigen Sicherheitsproblem. Unterbleibt die Personalanpassung, kann das Überleben der Patienten im Krankenhaus gefährdet sein.
Noch besorgniserregender ist es, wenn die durchschnittliche Auslastung nur gelegentlich überschritten wird und die gefährliche Situation möglicherweise unerkannt bleibt. Dann besteht die Gefahr, dass ein Krankenhaus als sicher gilt, obwohl es das nicht ist. Die Wissenschaftler geben in der Studie übrigens auch strategische Empfehlungen, wie eine Patientengefährdung durch eine zu hohe Auslastung vermieden werden kann.
Volker Milkowski
Wunstorf

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