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Die Männer waren im Krieg

Zum Artikel „Ans Leben in Deutschland anpassen“ vom 5. November. Die Männer waren im Krieg

Zu der Frage, warum man von der alten Flüchtlingsgeneration nichts hört: Erstens gibt es von der Generation nur noch die Kinder, die inzwischen auch schon 80 Jahre und älter sind.

Natürlich erinnere ich mich, damals neun Jahre alt, an die fünf Wochen auf der Straße. Bei Minus 20 Grad ist unsere Familie am 20. Januar 1945 in einem offenen Kastenwagen mit zwei Pferden losgefahren.
Kleine Kinder starben an Erfrierungen. Die Trecks durften nur eine Straßenseite benutzen, die andere Seite musste für das Militär bleiben. Dieses alles haben hauptsächlich Frauen bewältigt, denn die Männer waren an der Front – im Gegensatz zu den heutigen Flüchtlingen.
Anfang März im Westen angekommen, erhielten wir bei einem Bauern zwei Zimmer für sechs Personen. Wir waren zufrieden, endlich eine Bleibe gefunden zuhaben. Im Mai kam endlich das „Kriegsende“. Die Menschen aus Ostpreußen haben allerdings noch sehr viele schlimme Erlebnisse gehabt. Sie wurden vom Russen überholt, von Tieffliegern beschossen und so weiter. Im Westen mussten sich alle ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Deutsch lernen brauchten wir nicht. Die Kinder wurden in die jeweiligen Klassen eingeschult.
Ingeborg Heinecke
Heeßen

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