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Ein Bild des Jammers

Zum Artikel „Zu laut?“ vom 27. Januar. Ein Bild des Jammers

Man geht in Richtung Marktplatz und „sie“ sind wie immer an „ihrem“ Platz – die Trinkerszene an der St.-Martini-Kirche.

Als Stadthägerin kann ich bestätigen, dass vulgäre Pöbeleien aus dieser Richtung nahezu normal sind. Meine Reaktion ist es dann, schnell weiterzugehen, nicht zur Seite zu gucken und nach Möglichkeit für den Rückweg eine andere Strecke zu wählen. Doch wie kann es sein, dass wir uns derart einschüchtern lassen müssen? Wie kann es sein, dass einem Vermieter, wie in Ihrem Artikel beschrieben, die Mieter davonlaufen und man faktisch machtlos ist?

Herr Oliver Theiß formuliert, man wolle nun „mehr Präsenz zeigen“. Der Verwaltungschef erhoffe sich, man könne „mit den Leuten in Dialog treten“. Wie ein Dialog aussehen kann, schildert der Bericht bezeichnend wenige Sätze später. Herrn Scheper, dem geschädigten Vermieter, der Angst vor dem Verlust seiner Mieteinnahmen hat, wurde sogar Schläge angedroht. Dabei hat er die Männer lediglich aufgefordert, sich einen anderen Platz zu suchen. Solange sich die Szene „nichts zuschulden kommen“ ließe, sei kein Handeln möglich und Dialoge kann man sich auch ersparen.

Die Geschäfte der Kaufleute in diesem sehr zentralen Bereich der Stadt, der eher ein Aushängeschild als ein Bild des Jammers sein sollte, werden also weiter geschwächt und das Erscheinungsbild dieses Ortes, sowohl für Einheimische als auch für Gäste, hinuntergezogen.

Katharina Kelb
Stadthagen

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