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Eisbahn wirtschaftlich nicht zu vertreten

Zum Bericht „Kufenflitzer in der Festhalle“ vom 21. September Eisbahn wirtschaftlich nicht zu vertreten

Da hat der Bürgermeister heute wieder einen „rausgehauen“! Die Kunsteisbahn in der Festhalle. 400 Quadratmeter für 100 000 Euro. In jedem Winter für einen Monat in der Festhalle aufgebaut. Und das soll sich in einem überschaubaren Zeitraum rechnen?

Ein simples Rechenbeispiel geht davon aus, dass sich im ersten, vielleicht auch im zweiten Jahr 60 bis 70 Eislaufsportler stündlich in der Festhalle einfinden. Das Neue nutzt sich aus Erfahrung aber sehr schnell ab, sodass sich im Schnitt später vielleicht nur 40 Eisläufer pro Stunde in der Festhalle einfinden (rein rechnerisch 10 Quadratmeter pro Eisläufer).

Der Eintrittspreis in der Versuchsphase soll 3 Euro, Kinder unter 16 Jahre 1,50 Euro, betragen. Geht man von einem Durchschnittswert von 2 Euro aus, so beträgt die Einnahme 80 Euro pro Stunde. Davon sind die Personalkosten für die Aufsicht, für den Kartenverkauf und die Kosten für die Beleuchtung abzuziehen. Und natürlich auch die Kosten für den Auf- und Abbau.

Diese, mit 25 Euro pro Stunde niedrig angesetzt, verbleibt bei 6 Stunden Öffnungszeit an 30 Tagen im Jahr ein Betrag von 9900 Euro. Die Investition – ohne Zinsen – amortisiert sich also möglicherweise in zehn Jahren. In diese Berechnung sind die Kosten, die beispielsweise durch Beschädigung des Hallenfußbodens dadurch entstehen, dass Kinder vergessen, die Kufenschoner anzulegen, wenn Sie die Eisfläche verlassen, nicht eingerechnet. Schließlich und endlich auch nicht die Kosten für Wartung und Instandhaltung der Eislaufanlage.

Nun mag man einwenden, dass der angenommene Eintrittspreis verdoppelt werden könne. Klar, das hätte zur Folge, dass sich der Amortisierungszeitraum halbiert, aber nur, wenn die Erhöhung durchsetzbar ist und nicht zum Abschmelzen der kalkulierten Besucherzahlen führt.

Alles in allem stellt sich also die Frage, ob das, bei 30 Millionen Schulden, die die Stadt angehäuft hat, und zu denen pro Jahr weitere 2 Millionen hinzukommen, ein sinnvolles Unterfangen ist. Zudem: In Lauenau, nicht weit weg von Stadthagen, gibt es eine Eishalle für jeden. Den ganzen Winter über geöffnet.

Damit jedenfalls holt der Bürgermeister die Kuh der Finanzkrise der Stadt nicht vom Eis. Nein, wenn es dem Esel zu wohl geht, geht er aufs Eis, so heißt es in einem deutschen Sprichwort.

Michael Kasior

Stadthagen

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