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Es ist höchste Zeit umzudenken

Zum Artikel „Baubeginn im Sommer“ vom 22. April. Es ist höchste Zeit umzudenken

Es kann schon entmutigen sein, zu lesen, wie scheinbar bereitwillig der Cammeruner Ortsrat die Ausführungen des Ortsbürgermeisters hinnimmt, der seinerseits ungeprüft die Pressemitteilungen der Planer und Betreiber des Projekts Regioport als „Sachstandsbericht“ übernimmt.

Das Ganze wirkt auf mich kraftlos und schicksalsergeben, als gebe es „keine Alternative“: „Die Politik will es so!“ Die versprochene „kritische Begleitung“ habe ich mir anders vorgestellt. Ich wünsche mir eine sorgfältige Überprüfung der Verlautbarungen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung im Sinne eines Faktenchecks und eine entschiedene Vertretung der Interessen der Dorfbewohner. Ein angekündigter „Schnatgang“ zur Regioport-Baustelle im Herbst, wenn die Bauarbeiten nach den Vorstellungen der Betreiber begonnen haben, erfüllt diese Kriterien nicht.
Stattdessen soll sich der Ortsrat mal die Unterlagen der Hafen-GmbH vornehmen, um herauszufinden, woher der behauptete Zuwachs des Container-Umschlages tatsächlich kommt.
Weiter lese ich in dem Artikel, die gegenwärtigen Erdarbeiten an der Aue zielten auf eine „Attraktivierung“ des Gewässers ab. Das ist irreführend! Das für den Container-Umschlag vorgesehene bisherige Landschaftsschutzgebiet liegt nämlich im Überschwemmungsgebiet der Bückeburger Aue. Deshalb die benötigten Flutmulden. Auch die vorgeblich dem Artenschutz dienenden Bepflanzungen, um Nachtigallen Brutplätze anzubieten, erscheinen mir als Vorwand: Denn meines Wissens hätten die Erdarbeiten mit Rücksicht auf die Brutzeit seltener Singvögel bis Ende März abgeschlossen sein müssen. Bisher wurde aber munter weiter gebaggert. Auch das wäre eine Aufgabe für den Ortsrat, dem gegebenenfalls Einhalt zu gebieten.
Leider hat der Ortsbürgermeister vielleicht sogar recht, wenn er im Sinne einer „self-fulfil-ling-prophecy“ vorweg nimmt, dass im Herbst mit dem Containerumschlag (von LKW zu LKW) und mit dem Aufbau des gewerblich-industriellen Sondergebiets begonnen wird, obwohl noch eine von der BiCon unterstützte Klage zur Entscheidung ansteht:
Auf mich wirkt diese Klage wie eine abschließende „Pflichtübung“, damit der Vorstand sagen kann: „Wir haben alles versucht.“ Dabei wären gerade jetzt tatkräftige und fantasievolle Aktionen parallel zu Verhandlungen mit der Politik und der laufenden Klage hilfreich, um dem Bürgerwillen nachdrücklich Ausdruck zu verleihen.
Es ist höchste Zeit, hier entschieden umzudenken, damit nicht auch bei uns rechtsextreme „Alternativen“ weiter Oberwasser gewinnen.
Ullrich Lampert
Bückeburg

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