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Fabelhaftes Rodenberg

Zum Artikel „Kiosk-Neubau für 70 000 Euro“ vom 7. November. Fabelhaftes Rodenberg

Wie wir nun endlich alle wissen, gibt es an der Teufelsbrücke im Deister keine Teufel – das ist fabelhaft, denn wer möchte es schon gern mit Teufeln zu haben. Ein sich auf privatem Grund befindlicher, laut Gutachten maroder Baum – die Rede ist hier von der Esche, deretwegen die vorgelagerte Fläche den Namen „Grüner Baum“ erhalten hat – muss gefällt werden.

Beachtenswert ist der zeitliche Zusammenfall zwischen der Planung der Bike- + Ride-Anlage „Grover Masch“ und der gewonnenen Erkenntnis, dass der Baum, der sich auf privatem Grund befindet, aus Gründen der Verkehrssicherheit weg muss. Ein beauftragtes Planungsbüro überplant den besagten Bereich, das heißt, die Fläche wird zugepflastert. Für „die vom Bauausschuss gewollte Ersatzpflanzung für den großen Baum“ hat das Büro dort offenbar keinen Plan – fabelhaft.
 Der Bauausschuss will aber für den großen Baum eine Ersatzpflanzung vornehmen; wo – das ist noch offen; es muss aber nicht unbedingt dort sein, wo der dem Bereich namengebende „Grüne Baum“ stand, schließlich gibt es ja an der Teufelsbrücke auch keine Teufel – einfach fabelhaft.
 Aber, wer weiß, wer weiß: Wenn wir alle innerstädtischen Großbäume beseitigt haben, zum Beispiel die hundertjährigen Eichen vor der Grundschule an der Langen Straße oder die Bäume, die die freie Sicht auf die nächtens beleuchteten Windmühlenflügel verwehren – ja, wenn wir alle innerstädtischen Grünflächen zugepflastert haben und die Atmosphäre in der Innenstadt den Charme einer betonierten Ödnis erhalten hat, vielleicht kommen dann ja doch die kleinen Teufelchen zurück, und die verantwortlichen Planer, Verwaltungsbeauftragten und Ratsherren holt doch noch der Teufel.
 Abschließend noch eine Anregung für die ratlosen und konfliktgequälten Planer, Ratsherren und Verwalter: Malt doch einfach einen Grünen Baum auf die Kioskverkleidung, die Illusion bleibt und das Reich der Fabeln wird auch nicht verlassen.
Gerhard Hurek
Soldorf

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