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Flucht im Kältewinter

Zum Artikel „Die Funkstille der Herzen“ vom 13. Mai. Flucht im Kältewinter

Bei den Zeitangaben hat eine kleine Verwechslung stattgefunden. Der „Kältewinter“ hat nicht 1946/47 stattgefunden, sondern 1945.

Im Januar 1945 wurde Breslau zur Festung erklärt. Frauen und Kinder wurden aufgefordert, Breslau zu verlassen. Sie wurden nach Straßen in Schulen zum Abtransport gesammelt.

 Von dort aus wurden wir in die Tschechei transportiert. (Auf dem Weg dieser „Flucht“ habe ich mir die Füße erfroren.) Inzwischen wurde Breslau eingenommen. Die Kapitulation Deutschlands fand im Mai oder Juni statt. Das hielt meine Mutter nicht mehr in der Tschechei, sie wollte nach Hause. So marschierten wir, meine Mutter mit mir und dem kleineren Bruder, wieder nach Breslau. In Breslau waren inzwischen Polen eingewandert.

 Im Mai/Juni 1946 wurden die Deutschen ausgewiesen. Wir wurden in Viehwaggons weggebracht, ohne zu wissen, wo wir landen würden. Es war also nicht Winter, sondern (fast) Sommer. Wir sahen Bauern auf den Feldern, die uns zuwinkten. Gelandet sind wir dann in Friedland, von wo wir weiter verteilt wurden.
Liselotte Becker

Hagenburg

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