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Fracking-Gegner sollten sich an Fakten orientieren

Zum Artikel „Warnung vor Verseuchung des Grundwassers“ vom 21. November Fracking-Gegner sollten sich an Fakten orientieren

Angst vor der Verseuchung des Grundwassers ist in unserer heutigen Zeit angebracht. Aber wer wirklich unser Wasser schützen will, der sollte gegen den Einsatz von Pestiziden und Haushalts-Chemie vorgehen, die im Vergleich zum Fracking etwa die 100-fache Menge an Giften in unser Wasser und unseren Boden bringen.

Fachlich sollte man schon wissen, dass Fracking eine Erschließungstechnologie und keine Produktionstechnologie ist. Das bedeutet, dass Fracking nicht ständig, sondern nur einmal zu Beginn des Lebenslaufes einer Bohrung angewendet wird. Im ungünstigen Fall muss vielleicht nach 10 bis 15 Jahren eine Wiederholung stattfinden. Aber auf keinen Fall wird Erdgas „mittels einer Flüssigkeit aus gasreichem Schiefergestein herausgepresst“, wie es in dem Artikel zitiert wird.

Ebenfalls sollte bekannt sein, dass Fracking-Flüssigkeiten etwa 97 Prozent Wasser und etwa 3 Prozent Chemikalien enthalten. Die Chemikalien können teilweise giftig sein, es gibt inzwischen aber auch schon giftfreie Fracking-Chemikalien. Im Jahr 2011 wurden in der deutschen Öl- und Gasindustrie 40 Bohrungen durchgeführt. Das war der bisher höchste Stand. Wenn bei allen Bohrungen gefrackt worden wäre, hätte das einen Chemikalien-Einsatz von 6000 Tonnen ergeben. Wenn man diese Zahl mit den 100.000 Tonnen Pestiziden vergleicht, die jährlich auf deutsche Felder ausgebracht werden, dann muss man sich fragen, wo der Grundwasserschutz wohl anfangen müsste. Darüber hinaus wird unser Trinkwasser mit vergleichbaren Mengen aus der Haushalts-Chemie (Waschmittel, Putzmittel, Haarfärbemittel, Kosmetika, Arzneimittel) belastet.

Wem wirklich unser Wasser am Herzen liegt, der sollte seine Zeit nicht mit Aktionen gegen Fracking verschwenden, der sollte lieber gegen den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und Haushalts-Chemie vorgehen.

Wer etwas gegen schädliche Energieerzeugung tun will, der sollte sich gegen Atom- und Kohlekraftwerke und für erneuerbare Energien einsetzen und so viel Energie sparen, wie nur möglich ist.

Zur Wirtschaftlichkeit und gesellschaftlichen Bedeutung kann man sagen, dass die bisher bekannten Schiefergasreserven etwa den Zehn-Jahresbedarf der Bundesrepublik decken könnten. Dass das nicht wirtschaftlich nutzbar sein soll, kann man sich eigentlich nicht vorstellen.

Es wurde auch wieder das Argument genannt, dass die Gewinne sowieso ins Ausland gehen. Aber bevor die Gewinne ins Ausland gehen, werden davon Umsatz-, Gewerbesteuer und Förderzinsen gezahlt, ein paar tausend Mitarbeiter beschäftigt und bezahlt sowie viele deutsche Dienstleistungsfirmen beschäftigt, die dadurch ihrerseits wieder Mitarbeiter beschäftigen können. In den ausländischen Konzernen ExxonMobil und Gas de France Suez sind Menschen tätig, die hier mit ihren Familien leben, ihren Lebensunterhalt verdienen und ihr Geld in Deutschland ausgeben.

Werner Schoch, Stadthagen

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