Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
Gedanken zum 8. Mai

Gedanken zum 8. Mai

Es ist zum gewohnten Ritual geworden, dass am 8. Mai ganz viele der Nazidiktatur gedenken und den Opfern dieser Zeit ihre Ehre erweisen. Wirklich groß waren die Verfehlungen von uns Deutschen und das Unrecht, welches wir über andere Völker gebracht haben.

Am 8./9. Mai 1945 kapitulierte das Deutsche Reich bedingungslos. Die Zeit, dass von ihm Unrecht ausging, war beendet. Doch war ab diesem Datum alles gut? Oder begann es für andere Geschädigte erst mit diesem Datum, wirklich schlimm zu werden?

 Die sowjetische Propaganda hatte ihre Soldaten mit dem Ausspruch zu motivieren versucht, „Wenn ihr erst in Deutschland seid, gehört euch alles, deren Eigentum, deren Frauen; ihr könnt euch nehmen, was ihr wollt! Es gehört Euch!“

 Das in Gänze aushalten zu müssen, war zunächst den deutschen Frauen in Ostpreußen gegönnt, später überall dort, wo sowjetische Soldaten auftauchten. Bestialische Morde, Massenvergewaltigungen und viele andere, gegen die Menschenwürde verstoßende Misshandlungen mussten dort deutsche Menschen erdulden.

 In einem Erlebnisbericht ist von drei jungen Frauen die Rede, die mit in den Unterleib gestoßenen Latten tot in der Jauchekuhle lagen. Trotzdem wurde diese beneidet. Sie hatten es bereits hinter sich.

 Was Ilja Ehrenburg, der sowjetische Dichter und Journalist seinen Landsleuten an der Front einbläute, dass mussten die Deutschen im Osten jetzt aushalten: Tötet, tötet! Es gibt nichts, was an den Deutschen unschuldig ist, die Lebenden nicht und die Ungeborenen nicht! Folgt der Weisung des Genossen Stalin und zerstampft für immer das faschistische Tier in seiner Höhle. Brecht mit Gewalt den Rassehochmut der germanischen Frauen. Nehmt sie als rechtmäßige Beute. Tötet, ihr tapferen, vorwärtsstürmenden Rotarmisten!

 Die, die das erleben mussten, die leben meist schon lange nicht mehr. Für meine Mutter, für meine Tanten, für viele, die mir nicht so nahe standen, die dennoch gelitten haben, habe ich von offizieller Seite bisher nie ein Wort des Bedauerns gehört. Wäre es nicht an der Zeit, sie in den großen Kreis derjenigen aufzunehmen, die massenhaft Unrecht erdulden mussten? Ihnen wenigsten posthum zu versichern, dass die an ihnen begangenen Taten Unrecht waren!

Lothar Melchin

Bückeburg

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben