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Geplante Becken-Vertiefung ist eine unsinnige Investition

Zum Artikel „Schwimmbecken wird tiefer“ vom 26. August Geplante Becken-Vertiefung ist eine unsinnige Investition

Nun soll auf Antrag des Senioren- und Behindertenbeirats der Samtgemeinde Lindhorst also die Wassertiefe im Hallenbad des Solabali von 80 bis 125 Zentimeter auf 112 bis 157 Zentimeter erhöht wer-den. Als Zuhörer bei der entsprechenden Ratssitzung stellte ich fest, dass viel darüber geredet wurde, wie wichtig diese Vertiefung ist, damit bei den angebotenen Kursen (Wassergymnastik etc.) möglichst viele Teilnehmer im tiefen Wasser stehen können.

Niemanden interessierte es, wie sich die Vertiefung auf kleine Kinder auswirkt, die dort sicher auch gerne mit ihren Eltern zu den ersten Badeerlebnissen gehen. Ein Kind von drei bis vier Jahren ist dann nach den Treppenstufen schon vollständig unter Wasser. Leider werden es wohl viele berufstätige Eltern gar nicht ins Hallenbad schaffen, da die Öffnungszeit für alle, die nicht an Kursen teilnehmen, um 17 Uhr endet.

Eine tatsächliche dringende Notwendigkeit der Vertiefung konnte auch durch den Samtgemeindebürgermeister nicht begründet werden. Momentan seien die Kurszeiten gut ausgebucht. Es wird lediglich befürchtet, dass einige Kurse abwandern könnten, wenn die Vertiefung nicht erfolgt.

Reicht also diese reine Befürchtung aus, um eine Investition von etwa 40 000 Euro zu rechtfertigen? Sicher nicht! Schon dieses Jahr sind 275 000 Euro für eine neue Lüftungsanlage im Hallenbad notwendig. Selbst der für die Vertiefung des Schwimmbeckens beauftragte Architekt stellt in seiner Stellungnahme fest, dass neben der Verbesserung der Nutzungsmöglichkeiten ein höheres Augenmerk auf den Erhalt und Modernisierung der technischen Anlagen gelegt werden sollte.

Ratsherren, die diese Anlagen bei einem Ortstermin besichtigt haben, waren sich einig, dass es in Zukunft wohl noch weiterer Maßnahmen bedarf um das Hallenbad zu erhalten. Es konnte durch den Samtgemeindebürgermeister nicht einmal bestätigt werden, dass die Stützen die das Becken tragen der erhöhten Wasserlast überhaupt gewachsen sind. Warum werden nicht erst Maßnahmen zur Erhaltung der Bausubstanz und technischen Anlagen getroffen, bevor man sich den Luxus der Wasservertiefung gönnt? Was nützt die Vertiefung, wenn später vielleicht festgestellt wird, dass Erhaltungsmaßnahmen notwendig sind, die die Samtgemeinde finanziell überhaupt nicht schultern kann? Bei all dieser Unvernunft kann eigentlich nur davon ausgegangen werden, dass man hier dem antragstellenden Verein auf Biegen und Brechen entgegenkommen wollte.

Als ich in der Einwohnerfragestunde nachfragte, welche Mehrkosten der Ganzjahresbetrieb gegenüber den alten Öffnungszeiten verursacht, konnte man mir leider auch keine Auskunft geben, obwohl ich selbige Frage schon Anfang dieses Jahres stellte und mir mitgeteilt wurde, dass man dies erst im Mai wüsste. Wie der Samtgemeinderat zukünftig mit Anfragen der Bürger in der Einwohnerfragestunde umgehen will, hat er auch schon beschlossen: Dem entsprechenden Paragraphen in der Geschäftsordnung wird der Satz zugefügt „Eine Diskussion findet nicht statt.“.

In Zeiten, in denen sich die Menschen von den großen Parteien abwenden, ist das sicher kein gutes Signal, um neues Vertrauen zu gewinnen.
Ulf Dönau
Heuerßen

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