Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Geschönte Zahlen: Rat und Verwaltung lassen sich blenden

Zum Artikel „Grünes Licht fürs Kurhaus vom 15. Januar. Geschönte Zahlen: Rat und Verwaltung lassen sich blenden

So wie man aus einem alten Ackergaul kein Rennpferd machen kann, ist es nicht möglich, aus einem maroden Gebäude mit einem Verkehrswert von 8 200 Euro laut Wertgutachten einen Neubau zu machen, auch wenn man fast sechs Millionen Euro darin verbaut. Es bleibt in seiner Substanz ein altes marodes Gebäude.

Durch Schönrechnerei und Kürzungen zulasten der Qualität hat man in der Verwaltung die Baukosten so weit herunter gerechnet, dass mit den Einnahmen aus Vermietung die Wirtschaftlichkeit des Umbaus und der Sanierung gerechtfertigt sein soll. Man geht davon aus, dass dieses bei 90 Prozent Vermietung der Fall ist.
 Dieses ist jedoch auch wieder ein Luftschloss, da man davon ausgeht, dass die Vermietung zu 90 Prozent erreicht wird. Zurzeit liegt aber nur eine Vermietung von ca. 50 Prozent vor. Somit ist keine Deckung der geschönten Kosten gegeben.
 Ich frage mich, warum lassen sich die Entscheidungsträger aus Rat und Verwaltung von diesen geschönten Zahlen blenden. Es liegt sicher daran, dass sie nicht über die baufachliche Qualifikation verfügen, was sie auch nicht müssen, denn dafür gibt es ja Fachleute, aber die sollte man auch anhören und sich nicht nur einseitig auf Zahlen verlassen, wenn diese nicht hieb- und stichfest sind. Ich zweifele die Zahlen an.
 Wie wird der Ausgang dieser Sanierung ausgehen? Meine Jahrzehnte lange Erfahrung, in der ich verantwortlich Bauvorhaben in der mehrfachen Größenordnung dieses Bauvorhabens durchgeführt habe, sagt mir, dass dieses Bauobjekt in der Endabrechnung ca. 7,5 Millionen Euro kosten wird.
 Das Fazit der Überschreitung der Kosten wird wie bei allen öffentlichen Bauvorhaben, bei denen der Kostenrahmen überschritten wurde, die Begründung sein, dass unvorhersehbare zusätzliche Leistungen, auf die nicht verzichtet werden kann, erforderlich waren.
 Man hätte eigentlich von den Kosten für Umbau von Schlösschen und Wandelhalle gewarnt sein müssen. Aber es ist ja nicht das eigene Geld. Es ist ja das Geld der Steuerzahler, was hier verheizt wird.

Dipl.-Ing. Dieter Matthias
Bad Nenndorf

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben