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Grundgesetz muss beachtet werden

Zur Entscheidung des Agaplesion Konzerns Grundgesetz muss beachtet werden

Schwangerschaftsabbruch aus sogenannter sozialer Indikation ist offensichtlich noch immer strittig. Zwar gibt es kein Recht auf Abtreibung; diese ist aber nicht rechtswidrig, wenn nach den Buchstaben des Gesetzes („Fristenlösung“) und dem Berufsrecht der Ärzte verfahren wird.

Ohnehin kostenpflichtig für die Frau, die eine solche Abtreibung machen lässt, ist die Abtreibung fachgerecht nur in Abhängigkeit durch einen erfahrenen Arzt möglich. Aus Gewissensgründen mag der im Einzelnen das Tun verweigern. Aber nur er (Artikel 4 Grundgesetz). Das Grundgesetz sieht keine Gewissensfreiheit einer Institution vor.

Doch der Bericht der SN lässt mich eine andere Auslegung vermuten. Kreis-Pressesprecher Heimann spricht vom „Ermessen des Klinikums“. Wer ist das? Stellt er oder das sogenannte Klinikum sich damit über das Grundgesetz („Gewissensfreiheit“)? Diese umfasst auch das Tun.

Wer also in persona vertritt das mehrheitlich öffentlich finanzierte (Steuergelder) Klinikum im Tal zwischen Vehlen und Ahnsen? Der Mufti des Kreises? Den ich nicht kenne. Der Mufti der Klinik? Den ich ebenfalls nicht kenne. Die Geschäftsführerin einer christlichen Privatklinik?

Der Geschäftsführerin möchte ich sagen, dass ein Klinikum meines Erachtens kein „Klottenladen“ ist, der Schwangerschaftsabbrüche anbietet. Solche Kliniken habe ich in meiner jahrzehntelangen Arzttätigkeit in Schaumburg nicht erlebt.

Jürgen Schlee

Bückeburg

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