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Hochwasser: Ursache von Amts wegen angeordnet

Zum Artikel „Starkregen hält Stadthagen in Atem“ vom 26. Juli Hochwasser: Ursache von Amts wegen angeordnet

Der Krumme Bach ist bei Starkregen seit Jahren ein Ärgernis. Dabei war dieser bis 1994 die Lebensader der Stadthäger Lederfabrik Harmening Nachf. Diese benötigte das Wasser für den Produktionsprozess.

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Reaktion auf Lügen der USA

Entnommen wurde es dem ehemaligen Ziegeleiteich Wilhelm Möller zwischen Lönsweg und Enzer Straße. In Trockenperioden sank der Wasserspiegel des Gewässers durch diese Wasserentnahme bei einer Tiefe von zirka vier Metern um bis zu zwei Meter, um dann bei Regenperioden wieder aufgefüllt zu werden.

Dies wurde möglich, weil bereits 1938 unterhalb der später erstellten Jahnstraße eine Leitung installiert worden war, durch die dem Krummen Bach entnommene Wassermengen dem erwähnten Teich zugeführt wurden. Zwar lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen, ob die Rückhaltefunktion des Teiches bei Starkregen ausreichte, um die jetzt Ärger bereitenden Überschwemmungen im Bereich der westlichen Enzer Straße zu vermeiden. Zweifelsfrei wurden aber die Wassermengen reduziert.

Im Übrigen war auch der Teich der ehemaligen Badeanstalt in dieses System eingebunden. Wenn die Aufnahmefähigkeit des Resevoirs der Gerberei erschöpft war, nahm der Badeanstaltsteich die Wassermengen auf, um diese im Bedarfsfall der Gerberei zur Verfügung zu stellen. Dieser Verbund hatte 55 Jahre Bestand.

In Zusammenhang mit dem Bau des Omnibusbahnhofs in der Jahnstraße ließ das Straßenbauamt Hameln den etwa 1000 Meter langen Kanal verfüllen und damit außer Betrieb setzen. Die Nebenfunktion der natürlichen Rückhaltebecken wurde damit vernichtet und war von Amts wegen angeordnet. Wenn aktuell die Beauftragung eines Gutachters diskutiert wird, dessen Arbeit von einer Kompetenzeskorte – im Amtsdeutsch Begleitgruppe – flankiert werden soll, drängt sich die Frage auf, ob man die Lehren aus dem Engagement des Landkreises Schaumburg bei der Erlebniswelt Weserrenaissance GmbH (EWR) in den Jahren ab 2005 verdrängt hat. Damals entsandte der Landkreis zwei Kreistagsmitglieder in den Aufsichtsrat, deren nicht oder nicht ausreichend ausgeübte Kontrollaufgaben zu einer Schadensbegleichung in Höhe von 990000 Euro durch den kommunalen Schadensausgleich führte.

Ob die Mitglieder einer Kompetenzeskorte in den Fragen des Hochwasserschutzes das nötige Fachwissen einbringen können, darf bezweifelt werden. Wenn doch, wozu bedarf es eines Gutachters?

Von Karl-Ernst Strebost aus Stadthagen

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