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Im Zweifel für das Leben

Zu der Agaplesion-Klinik-Mitteilung Im Zweifel für das Leben

Warum es einen großen Aufschrei gibt, wenn ein Klinikum mitteilt, dass es aus dem christlichen Verständnis heraus keine Abtreibungen mehr durchführen will, die sich ausschließlich auf die soziale Indikation berufen, ist mir ein Rätsel.

Ist es nicht traurig, dass in einem der reichsten Länder der Welt, soziale Notlagen angeführt werden, um einem Menschen das natürliche Recht auf Leben abzusprechen?

Ich gehe selbstverständlich davon aus, dass man in einem Haus, welches sich dem christlichen Glauben verpflichtet fühlt, sich dem medizinischen Grundsatz „In dubio pro vita“ – „im Zweifel für das Leben“ – und dem hippokratischen Eid verpflichtet weiß. Dies beinhaltet, dass es keine Tötungen von Menschen vornimmt; nichts weniger ist nämlich eine Abtreibung.

Wir müssen die Dinge beim Namen nennen dürfen. Wer grausame Begriffe, die die Tötung eines Menschen verharmlosen, benutzt, muss sich die Frage stellen lassen, ob er nicht wenigstens indirekt zu einem Steigbügelhalter der Abtreibungsindustrie wird. Bei der Abtreibung geht es nicht um eine Entfernung von Schwangerschaftsgewebe oder eine Schwangerschaftsunterbrechung, sondern es ist und bleibt eine grausame Tötung (meist eine Zerstückelung mit anschließender Absaugung) eines unschuldigen Kindes.

Man darf aber nicht den Fehler machen und die Frauen, die die Lösung ihrer Probleme in der Abtreibungstötung sehen, verurteilen. Viel mehr sind es oft die Männer, die sie in solche Situationen drängen. Um so trauriger stimmt es mich, dass man zu den zukunftsorientierten Gedanken des Klinikums – sich nämlich für das Leben zu entscheiden – auch aus politischen Kreisen wenig Unterstützung erwarten kann. Kreissprecher Klaus Heimann befleißigt sich, klarzustellen, dass man kein Interesse daran hat, das „Leistungsangebot“ einzuschränken.

Auch der Landrat meint, nach der Feststellung Ihrer Zeitung, dass er keine „Leistungsbeschränkung“ in Sachen Abtreibung wolle. Welch ein Hohn für unsere Gesetzgebung, die immer noch aussagt, dass die Tötung eines Kindes („Abtreibung“) verboten ist.

Ich hätte mich gefreut, wenn ihre Zeitung auch mal ein lebensbejahendes Gespräch wiedergegeben hätte, in dem zum Beispiel in Not geratene Mütter berichtet hätten, wie sie sich trotz aller Widrigkeiten für das Leben ihres Kindes entschieden haben. Wäre das nicht das mutigere Zeichen gewesen? Elmar Lübbers-Paal aus Harsum

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