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Kein Platz für weitere Windparks

Zu den Artikeln „Windparks zulassen“ vom 19. Januar und „Lindhorster Rat wehrt sich gegen Einflussnahme“ vom 22. Januar. Kein Platz für weitere Windparks

Zuerst einmal geht mein Kompliment an den Lindhorster Rat: Prima, dass Sie sich in Ihre Entscheidungen nicht hineinreden lassen und dass die Lindhorster Interessen für Sie Vorrang haben, denn die Lindhorster Bürger haben Sie als Vertreter gewählt. Das ist unser demokratisches Prinzip – zum Glück. Sie haben Recht darin, dass es nicht Ihre Aufgabe ist, Lobbyinteressen zu vertreten.

Die Sichtweise zum Bau weiterer Windkraftanlagen ist sehr kontrovers. Ich persönlich bin selbst Mitglied im Verein Bürgerenergiewende Schaumburg, der, wie ich finde, mit seinem Appell an Sie viel zu weit vorgeprescht ist. Deshalb unternehme ich hier einmal einen (sehr verkürzten) Versuch einer Abwägung von Argumenten nicht nur bezogen auf Lindhorst, sondern auf ganz Schaumburg: Richtig finde ich, dass erneuerbare Energien vorangebracht werden müssen, weil man sonst aus Atom- und Kohlestrom kaum aussteigen kann. Aber: Der Platz für Windparks ist insbesondere in Schaumburg begrenzt.
Schaumburg ist mit seinen 231 Einwohnern pro Quadratkilometer der am dichtesten besiedelte Landkreis Niedersachsens. Darüber hinaus haben wir zahlreiche Strukturen, die die Attraktivität unseres Landkreises ausmachen. Die unterschiedlichen Strukturen wie Bergland, Wald, Mittellandkanal, flache Börde mit Nähe zum Steinhuder Meer, zahlreiche Bäche, ausgedehnte Gemeinden, aber auch Straßen und Autobahnen lassen nur eine begrenzte Zahl Windparks zu. Selbst wenn wir noch ein paar weitere hineinquetschen, Abstände zu Wohnsiedlungen nicht einhalten, gegen Artenschutzbestimmungen verstoßen, Repowering betreiben und so weiter – irgendwann ist die absolute Grenze erreicht beziehungsweise überschritten.
Daran ändert weder ein guter Wille zur Energiewende noch eine erhöhte Investitionsbereitschaft oder ein moralischer Appell zur Weltrettung etwas. Wir haben die Wahl: Gibt es weiter Konflikte wegen der Windparks oder ist es vielleicht nicht irgendwann mal genug? Ich finde, es reicht jetzt schon. Schaumburg sollte besser mehr Photovoltaik-Anlagen voranbringen, auch auf öffentlichen Dächern. Schaumburg ist zu klein, um die Energiewende oder gar die Welt mit Windparks zu retten.
Dr. Petra Sittig
Stadthagen

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