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Kopf unter Wasser?

Zum Artikel „Rat pfeift Theiß zurück!“ vom 10. Oktober. Kopf unter Wasser?

Sachlich ist es nicht richtig, dass der Rat mit der Mehrheit seiner 35 Mitglieder den Bürgermeister daran hindert, erneut die Stimmung der Bevölkerung für denkbare Prioritäten auszuloten: Freibad oder Bewegungsbad.

Es ist vielmehr der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss mit seinen sieben stimmberechtigten Mitgliedern, der eine Bürgerbefragung in der Frage ablehnt, welche Investition bei der sogenannten Attraktivitätssteigerung des Tropicana Vorrang haben soll.
Gesteigert wird mit dem Bau von Bewegungsbad und Freibad mit Sicherheit der jährliche Betriebsverlust des Tropicana. Nach dem Brandverlust im Jahre 2003 wurde das neue Bad 2006 in Betrieb genommen. Für das erste volle Betriebsjahr wurde der Umsatz mit 1,62 Millionen Euro, der Betriebsverlust mit 1,258 Millionen Euro prognostiziert. Die Fehlbeträge haben sich in den Folgejahren mit Ausnahme der Jahre 2009 und 2014 nicht wesentlich verringert und werden aus Beteiligungserträgen (WBS GmbH ist Gesellschafter der Stadtwerke Schaumburg-Lippe GmbH) und Zuschüssen der Stadt finanziert: jährlich mindestens zwischen 1,2 und zwei Millionen Euro. Nun soll eine neue Investition – 2016 ein Bewegungsbecken und 2021 ein Freibad – die Attraktivität stärken.
Mit originellen Ideen wurde bereits im März 2005 von den Wirtschaftsbetrieben GmbH (Tropicana und Festhalle) geprüft, ob nicht der Bau eines 120-Betten-Hotels mit Wellness-Center das „Ei des Columbus“ sein könnte. Immerhin stellte man in Zusammenhang mit den jährlichen Abi-Bällen und der Jahresversammlung der Volksbank Hameln-Stadthagen fest, dass es anlässlich dieser Veranstaltungen an Hotelzimmern fehle. Ein klares Investitionsmotiv!
Bei den aktuellen Planungen wird eine Neuerkundung der Bedarfsprioritäten vom Verwaltungsausschuss verweigert, weil ja bereits präjudizierende Beschlüsse gefasst worden seien. Dass seit den Monaten September/Oktober 2015 die Fluchtbewegung aus den Kriegsgebieten und die Softwaremanipulation bei VW mit ihren möglichen Auswirkungen auf Stadthäger Unternehmen und die kommunale Finanzlage und damit auf die ohnehin nicht brillanten Haushaltspläne Stadthagens negative Folgen haben könnten, wird ignoriert. Hoffentlich bleibt bei den Wasserspielen der Kopf über Wasser.
Karl-Ernst Strebost
Stadthagen

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