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Nicht mit uns!

Zur Berichterstattung über den „Regioport Weser“ Nicht mit uns!

Mit Bangen und Hoffen verfolgten wir als Zuhörer den Verlauf der nun zwölften Versammlung des Planungsverbandes Regioport Weser.
Mit Bangen, weil wir noch die Worte eines Politikers aus Bückeburg im Ohr hatten, der uns vertraulich offenbart hatte: „Wenn das kommt, was die vorhaben, möchte ich nicht in Cammer wohnen.“ Und einen Vorgeschmack davon bekamen wir, als vor einigen Wochen ein Elektroschrottbetrieb im nahen Gewerbegebiet Päpinghausen niederbrannte und der Ostwind schwarze Rauchschwaden bis in die Mindener Innenstadt trieb.

Und mit Hoffen, weil ein Mitarbeiter der Mindener Verwaltung laut SN-Bericht „handwerkliche Fehler“ eingestanden hatte und daraufhin der Mindener Bürgermeister „planerische Fortschritte“ versprochen hatte. Der Referent des Planungsbüros trug wortreich vor, welche Betriebe im „hafenaffinen Gewerbegebiet“ ausgeschlossen sind. Auf welche Betriebe wir uns tatsächlich konkret gefasst machen müssen, dafür fand er lediglich schwammige Formulierungen. Das Referat erwies sich letztlich als süßer Zuckerguss über den giftigen Kern: So war den Ausführungen zu entnehmen, dass ein Störfallbetrieb für Containerbegasung kommen wird, ohne dass die Mindestabstände nach den Seveso-Richtlinien zum Wohngebiet Cammer verbindlich eingehalten werden müssen. Dabei kommen dort hochgiftige Gase zum Einsatz, die zu Erstickungsanfällen führen und Krebs erregen, wenn sie etwa durch einen Brand freigesetzt werden. Es wird auch todsicher Schadstofftransporte durch unsere Dörfer geben.
Wir waren enttäuscht – und nicht nur wir: Aufgebrachte Bückeburger Vertreter forderten, die rechtzeitige Zusendung der umfangreichen Unterlagen vor der nächsten, entscheidenden 13. Sitzung am 3. März und nicht erst Tage vorher, um sie gründlich durcharbeiten und beraten zu können. Dieser Antrag wurde von der Verwaltung kategorisch zurückgewiesen. Die Bückeburger verlangten daraufhin empört, unter diesen Umständen darüber abzustimmen, die 13. Versammlung zu verschieben. Für einige Zeit herrschte ein ratloses Durcheinander; schließlich beschwichtigte die Verwaltung. Warum hat der Journalist über diese dramatischen Vorgänge nicht berichtet?
Bückeburg hat im Verbund mit Minden inzwischen seinen Hafen Berenbusch („Regioport Weser II“) durchbekommen. Nun sollen die Bückeburger auch den Planungen des Mindener „Regioport Weser I“ zustimmen, andernfalls befürchten sie eine Blockade des weiteren Ausbaus von Berenbusch durch die Mindener.
Geht so Politik? Hoffentlich nicht, und nicht mit uns!
Dr. Ullrich Lampert, Bückeburg

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