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Nicht nur eine Frage des Geschmacks

Zum Artikel „Hauptsache anders“ vom 15. Juni. Nicht nur eine Frage des Geschmacks

Mit Befremden las ich den Artikel über eine Veranstaltung des Auto-Tuningclubs „Asphalt Yakuza“. Die pointierte Fotoauswahl mit einem „Accessoire der besonderen Art“ in Form eines Patronengurtes und Maschinengewehrs auf dem Kotflügel steigerten mein zunehmendes Unbehagen in Unverständnis und Empörung.

Da muten die im Artikel beschriebenen Accessoires wie Zombiekopf, Skelettfinger und einäugigem Piratenkäpt‘n vergleichsweise harmlos an. Es wird – besonders seit dem tragischen Unfalltod eines Kindes – verstärkt darüber nachgedacht und diskutiert, wie die Sicherheit im Straßenverkehr verbessert werden könnte. Und auf derselben Seite wird über einen verurteilten „Verkehrsrambo“ berichtet, der laut Gericht gefahren sei wie „ein Henker“.

In dem beschriebenen Club sind die allermeisten Mitglieder sicher sehr kreative, gesellige und technikbegeisterte Menschen mit friedfertiger Absicht, was im Bericht ja auch dadurch unterstrichen wurde, dass der Erlös der Veranstaltung einem gemeinnützigen Zweck dienen soll.

Bravo! Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, dennoch sollten die Clubmitglieder ihre Leitlinien und ihre eigene Haltung überdenken und – bei aller Toleranz für originelle Gestaltungen – extrem aggressiv anmutende Accessoires etwas kritischer betrachten.

Denn auch und gerade derartige Clubs könnten ihren Einfluss als Vorbilder nutzen, eine defensivere und rücksichtsvollere Grundhaltung bei motorisierten Verkehrsteilnehmern zu fördern für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

Im Übrigen wäre auch von Seiten der Berichterstatter eine kritischere Betrachtungsweise wünschenswert.
Stephanie Schacht-Riegert
Beckedorf

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